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Montag, 9. August 2021

Meine Blüten-Küche


Was Bienen mögen, dürfen auch Menschen essen. Alle Wildpflanzen, die ich auf meinem Balkon gesät habe, kann ich essen. Morgens auf dem Porridge, mittags auf dem Salat oder der Suppe, abends auf dem Brot. Einige schmecken lieblich-süß, andere leicht scharf-pfeffrig, andere, naja, etwas fade. Hier eine kleine unvollständige Auflistung der essbaren Blüten:

 

 

 

Gänseblümchen - Ringelblume - Wilde Möhre - Kornblume - Acker-Stiefmütterchen - Duftwicke - Prachtnelke - Nachtviole - Rundblättrige Glockenblume - Rapunzel-Glockenblume - Moschusmalve - Wiesensalbei - Nachtkerze - Kapuzinerkresse - einige Taglilien - Veilchen - Gewürz-Tagetes - Lavendel - Rosen.

Von den meisten kann man auch die Blätter essen. Klein zupfen und über den Salat und die Suppe streuen. Oder eine Blütenbutter machen: Kleingeschnittene Blüten in zimmerwarme Butter einarbeiten, die Butter in Frischhaltefolie zu einer Rolle formen, in den Kühlschrank geben.

Hier noch ein paar feine Rezepte mit Blüten, sogar eine Quiche ist dabei: https://www.krautundrueben.de/essbare-blueten-rezepte-mit-salbei-loewenzahn-veilchen#rezept-butter

Guten Appetit.


Dienstag, 23. Februar 2021

Frau Irgang kocht: Risotto mit Birne und Radicchio

Am Sonntag haben die Menschen das gute alte Picknick wieder entdeckt. Saßen auf allen verfügbaren Bänken, Thermoskannen und Brotdosen zwischen sich. Sogar Decken waren am Bach ausgelegt. Ich fühle durchaus mit den Café- und Restaurantbesitzern, die ihre spärlichen Abholkarten ins Internet stellen, aber unser Lieblingsrestaurant hat auf alle Preise zwei bis drei Euro aufgeschlagen. Und weil der armen Meditationslehrerin coronabedingt ein Seminar nach dem anderen abgesagt wird (fünf bis jetzt, die sechste Absage droht), tut sie, was sie immer getan hat: kochen!

Heute mal wieder ein Rezept in der für mich typischen Geschmacksmischung pikant-fruchtig.

Wie macht man's? Mengen ganz nach Wunsch. Hier zum Beispiel für eine Person:

Eine Schalotte fein würfeln, in Olivenöl sanft glasig braten. Risotto-Reis (Carnaroli oder Arborio) dazugeben, mit der Zwiebel verrühren. Dann mit Gemüsebrühe gerade so bedecken, die Brühe regelmäßig nachfüllen und unter ständigem Rühren sämig kochen. Zum Schluss einen Schuss Weisswein dazugeben.

Währenddessen eine Birne schälen und in ca. 1,5 cm breite Stücke schneiden. Eine große Handvoll Radicchio in schmale Streifen schneiden (fällt zusammen, also eher mehr). In einer Pfanne ca. 1 EL Olivenöl mit ca. 1 EL Butter schmelzen lassen, 1 TL Puderzucker hineingeben und karamellisieren lassen. (Den Reis nicht vergessen! RÜHREN!)

Birne und Radicchio mit ein wenig frischem Rosmarin in der Öl-Butter-Mischung schwenken, bis der Salat zusammenfällt. Mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn der Risotto fertig ist, ein großzügiges Stück Blauschimmelkäse (ich nehme St. Augur, Rocquefort ist auch nicht schlecht) und die Birne-Radicchio-Mischung unterrühren.

Wer's mag, kann Parmesan darüber reiben.

Guten Appetit.


Dienstag, 28. April 2020

Frau Irgang kocht: Nudeln asiatisch mit grünem Spargel


Einkaufen im Supermarkt in Zeiten von Corona macht keine Freude. Maske übers Gesicht fummeln, den letzten Einkaufswagen ergattern (die meisten tragen Einweghandschuhe, wo kriege ich die jetzt her?), Hände desinfizieren (was tummelt sich eigentlich unsichtbar auf dem Griff des Einkaufswagens?) und im Eilschritt mühsam atmend vorbei an den bulligen Security-Männern und dem Schild "Bitte kaufen Sie zügig ein und halten Sie sich im Markt nicht länger als nötig auf". 

Nötig wäre: Mich inspirieren zu lassen vom Gemüse-Angebot, überraschende Knollen und Blätter zu entdecken, die letzte Woche noch nicht da waren, im Kopf den Speiseplan über den Haufen zu werfen und neue Ideen zu entwickeln. Die neuen Ideen verlangen dann natürlich nach Ergänzungen, die nicht auf dem vorbereiteten Zettel stehen: Nüsse und Samen, Gewürze, vielleicht einen ganz bestimmten Käse. Nötig wäre: Sich Zeit lassen. Sich erfreuen an Farben, Gerüchen, Möglichkeiten.

Die Antwort auf das Beschaffungselend heißt nicht Pizza-Service. Sie heißt: Kochen aus dem Vorratsschrank mit frischer Ergänzung. Für mein Pasta-Gericht braucht man sich auf dem Wochenmarkt nur einen Bund grünen Spargel und einen Bund Frühlingszwiebeln zu greifen. Der Rest ist, so oder ähnlich, im Haus. Wer einen Wok hat, darf ihn einsetzen. Ich arbeite mit sparsamen Mitteln und mache es in der beschichteten Pfanne.

Und: Das Rezept ist einfach und gelingt jedem Kochanfänger.

Für 2 Personen:

Lieblingspasta al dente kochen. Währenddessen erst einmal eine Handvoll gehackter Cashew-Kerne in der trockenen Pfanne anrösten. Beiseite stellen. In derselben Pfanne in Sesamöl, Nussöl oder Rapsöl einen Bund Frühlingszwiebeln, in feine Röllchen geschnitten, mit ca. 6 cm feingehacktem Ingwer kurz anbraten. Einen Bund grüner Spargel, in 1 cm breite Stücke geschnitten, wenige Minuten mitbraten (soll bissfest bleiben). Wenn zu hart, 2-3 EL vom Nudelwasser dazugeben. 1 Prise Chiliflocken, abgeriebene Schale und Saft von einer Bio-Limette (oder einer halben Zitrone) dazugeben, mit 1-2 EL Ahornsirup und 1-2 EL Sojasauce ablöschen (je nach Geschmack, ich hab's gern üppig). Eine Handvoll Minze hacken und einrühren. Das Gemüse über die Pasta geben, mit den Cashew-Kernen bestreuen.

Wenn kein Ahornsirup im Haus ist: Honig oder Agavensirup. Ersatz für Cashew-Kerne: jede Art Nuss oder Mandeln.

oishii    (japanisch: lecker)


Erinnerung an eine versunkene Zeit: April 2019, Dinner in Nagano

 

Mittwoch, 7. November 2018

Frau Irgang kocht: Kürbis-Grünkohl-Bowl



Allmählich kriecht winterliche Kälte in die Abende, Frau Irgang heizt und stellt sich wieder an den Herd. Freundin zum Thema Kochen: "Ich koche doch nicht für mich allein, das lohnt sich nicht." Bekannte: "Ich hole mir was beim Vietnamesen an der Ecke." Kollegin: "Ich mach mir ein Brot, Zeit zum Kochen habe ich nicht."

Aber wie gesagt, Frau Irgang kocht. Und probiert, weil sie nicht dauernd dasselbe essen will, gern neue Gerichte aus. Dies hier fand ich kürzlich sehr fein. Es ist ein leicht abgewandeltes Rezept aus dem Buch der Ärztin Susan Blum "Autiommunerkrankungen erfolgreich behandeln", Mosaik Verlag, in dem sich auch andere gute Speise-Ideen finden.

Und so geht's:

Einen halben kleinen Butternuss-Kürbis (Hokkaido ist auch fein) würfeln; schälen ist nicht nötig. Auf einem Backblech verteilen, mit Olivenöl beträufeln, mit Mohnsamen bestreuen und mit Salz und Pfeffer würzen. Ca. 20 Minuten bei 190 Grad garen. Wenn eine Gabel hineingeht, ist er fertig.

Währenddessen eine Tasse Quinoa oder Vollreis zum Kochen bringen.

Eine Gemüsezwiebel in feine Ringe schneiden und in Öl langsam dünsten und bräunen, bis sie süß ist. Herusfischen. Gewaschenen und kleingeschnittenen Grünkohl - Menge nach Wunsch - in dieselbe Pfanne tun, andünsten, bis er zusammenfällt und weich wird (geht sehr schnell). Inzwischen sind hoffentlich Quinoa und Kürbis fertig. Quinoa in eine Schale schöpen, darauf ein Löffelchen Zwiebel, Kürbis und Grünkohl darüber und mit einer Sauce begießen, die ich schon vorher gemacht habe, nämlich so:

2 - 3 EL Tahin mit Zitronensaft, Salz, geriebenem Ingwer und Honig nach Wunsch verrühren. Mit heißem Wasser zu gießfähiger Konsistenz verrühren. Als Abschluss über die Sauce in der Bowl geröstete Walnüsse oder andere Nüsse streuen.

Susan Blum fügt gewürfelte Avocado hinzu, mir war die aber zu kalt auf dem herrlich wärmenden Gericht.

Möge es schmecken!


Montag, 12. Februar 2018

Frau Irgang bäckt Brot. Glutenfrei. Maisfrei. Sojafrei.


Wer, wie ich, weder Gluten noch Maisstärke (ein übles Zeug, und versteckt sich in den unglaublichsten Sachen!) noch Soja verträgt, ist auf das pappige glutenfreie Brot angewiesen, das es in Bioläden zu kaufen gibt. Schmeckt leider gar nicht, und das ist höflich ausgedrückt. Deshalb backe ich alle paar Wochen ein Brot, und zwar so:

Zutaten:

135 gr Sonnenblumenkerne
90 gr Leinsamen
65 gr Haselnüsse, gehackt
145 gr Haferflocken, glutenfrei
2 EL Chia-Samen
3 EL Flohsamenpulver (oder 4 EL Flohsamen)
1-2 Tl Salz
1 EL Ahornsirup
3 EL geschmolzenes Kokosöl
350 ml Wasser

Zubereitung:

Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Wasser, Öl und Ahornsirup mischen und zu den trockenen Zutaten gießen. In eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen, die Oberfläche glattstreichen und mindestens 2 Stunden, gern länger, ruhen lassen. Der Teig ist fertig, wenn man das Backpapier an der Seite etwas abziehen kann, ohne dass der Laib seine Form verliert.

Bei 175 Grad auf mittlerer Schiene 20 Minuten backen. Aus der Form nehmen, auf einen Backrost umstürzen und - jetzt upside down - weitere 40 bis 50 Minuten backen. Es sollte hohl klingen, wenn man draufklopft - also einfach mal probieren. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.

Die liebe Taija hat mich darauf hingewiesen, dass es dieses Brot als Backmischung gibt: Bauck Life-Changing Wonderbrod nach Pastor Markset. Ich hab's gebacken und versichere: Genau dasselbe Brot, nur leichter zuzubereiten. Auf in den Bioladen!
 
Eine Buchempfehlung für alle, die autoimmunkrank sind. Also Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow, Zöliakie, Rheuma, Lupus erythematodes, Sjögren Syndrom oder Multiple Sklerose haben, auch Fibromyalgie und Diabetes - eventuell und wahrscheinlich sogar eine Kombination aus mehreren davon, denn ein gestörtes Immunsystem beschäftigt sich nicht nur mit einem Organ. Susan Blum ist Ärztin, selbst autoimmunkrank und behandelt ihre Patienten mit Hilfe einer radikalen Ernährungsumstellung. Sie erklärt anschaulich, was es bedeutet, chronische Entzündungsprozesse im Körper zu haben. Da gesunde Zeitgenossen dazu neigen, Autoimmunkranke mit ihren Unverträglichkeiten wie Hypochonder zu behandeln ("Alles nur Einbildung, früher gab es sowas ja auch nicht, haha") gefällt mir diese Aussage: "Nur weil die Medizin noch nicht über die richtigen Labortests für Sie verfügt, heißt das nicht, dass Gluten nicht verheerende Folgen für Ihr Immunsystem hat."

Dr. Susan Blum mit Michele Bender "Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln". VAK Verlags GmbH  

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Frau Irgang bäckt: köstliche Mini-Lebkuchen

Es sind die kleinen schwarzen Häufchen auf den Oblaten

Beste Weihnachts-Nascherei, nach einem Rezept meiner Freundin Dagmar:

100 gr Marzipanrohmasse (unbedingt in Bio-Qualität, geschmacklich lohnt sich das)
200 gr gemahlene Haselnusskerne
100 gr Rohrohrzucker
60 gr Preiselbeerkonfitüre
3 Eiweiß
2 TL Lebkuchengewürz
1 TL gemahlener Zimt
1 Messerspitze Hirschhornsalz
Backoblaten
80 gr Zartbitterkuvertüre und 80 gr dunkle Kuchenglasur

Marzipan klein schneiden, mit allen Zutaten außer der Schokolade mit dem Handrührer glatt rühren. Mit zwei Teelöffeln Häufchen auf Oblaten setzen. Bei ca. 180 Grad etwa 15 Minuten backen. Auskühlen lassen. Im Wasserbad Kuvertüre und Kuchenglasur schmelzen, die Lebkuchen kopfüber hineintauchen. Fest werden lassen.

Gut verstecken, sonst sind sie nächste Woche aufgegessen.


Dienstag, 14. November 2017

Frau Irgang kocht: Kartoffelküchlein mit Avocado-Topping


Meine ersten sesshin machte ich bei einem japanischen Mönch, der erst vor Kurzem aus seinem Kloster in Japan nach Deutschland gekommen war. Er veranstaltete einmal im Monat ein zazenkai, das ist ein ganzer Tag mit Sitzen und Gehen im Schweigen, unterbrochen von einem kurzen Mittagessen. Jeder von uns brachte etwas Feines fürs Büfett mit. Wir luden also unsere Teller voll, setzten uns auf unsere Kissen, der sensei schlug die Hölzer zusammen, peng!, und sprach den Tischspruch. Den ich in voller Länge nicht mehr weiß, aber ein Satz verfolgt mich bis heute: "Wir essen nicht, um zu genießen, wir essen, um Erleuchtung zu erlangen." Der sensei lebte noch im Kloster-Modus und schlang sein Essen hinunter, klappte die Hölzer zusammen, peng!, und wir erhoben uns hungrig mit halbvollen Tellern. Wahlweise satt mit Magendrücken.

In meinen Seminaren darf das Essen ausdrücklich genossen werden. Gerochen, beguckt, geschmeckt. Ich selbst bin begeisterte Köchin und Esserin. Und es gibt für mich keine Trennung zwischen dem Aushöhlen einer Avocado, dem Zwiebelhacken und Kartoffelstampfen und dem Sitzen auf dem Kissen. Im zendo nennen wir es Meditation. In der Küche nennen wir es Kochen.

Eins meiner Lieblingsrezepte, schnell und ganz einfach. Und ganz einfach köstlich:

Für eine hungrige Person (also ich) oder als Imbiss für zwei:

Ca. 1 Pfund mehlig kochende Kartoffeln in der Schale kochen. Abkühlen lassen, pellen und in einer Schüssel zerdrücken.

1 reife Avocado entsteinen, zerdrücken und mit Zitronensaft beträufeln.

1 große Zwiebel fein hacken, in etwas Kokos- oder Rapsöl weich dünsten. 1 Esslöffel schwarze Senfsamen in die Pfanne geben, kurz mitbraten. Einen gehäuften Esslöffel der Masse über die Avocado geben. Den Rest mit ein wenig gemahlenem Kurkuma kurz in der Pfanne braten und über die Kartoffeln geben. Gut vermischen, kräftig salzen und pfeffern. Kleine Küchlein formen und in sehr wenig Öl in der Pfanne mehr erwärmen als braten (die Küchlein zerfallen bei zuviel Öl). Die Avocadomischung kräftig salzen und pfeffern. Jedes Küchlein mit einem Klacks des Toppings servieren.

Die Avocado-Mischung esse ich auch manchmal abends auf getoastetem Brot. 

 

Die Grundidee für dieses Rezept - ich habe die Gurkenpickles weggelassen - stammt aus dem ersten Buch meiner Lieblingsköchin. Ich kann ihre Kochbücher nur wärmstens empfehlen. Alles vegetarisch, vieles vegan, vieles mit kleiner Änderung glutenfrei zuzubereiten. Alles schmeckt großartig.

Anna Jones "a modern way to eat", Mosaik Verlag
  


Mittwoch, 17. Mai 2017

Frau Irgang kocht. Und hat ein Schüsselerlebnis.



Selbst in altehrwürdigen Seminarhäusern heißt so etwas heute "Buddha Bowl". Zu dieser Inflation des Wortes Buddha sag ich jetzt mal nix.

Aber ich sage, was heute in meiner Schüssel war:

* Grüner Spargel
* Avocado
* Tomaten
* Rote Bete
* Quinoa (warm)
* Gebratener Halloumi, mit Mohn bestreut


Dazu ein geniales Dressing aus Frühlingszwiebeln, 1 TL Honig, 1 TL Harissa, etwas Zitrone, 1 EL Olivenöl. Mit Minze garnieren.

Das Dressing und die BOWL wurden inspiriert von der Köchin Anna Jones, die ich nicht genug loben kann. Ihre beiden Kochbücher "a modern way to eat" und "a modern way to cook" sind bei mir täglich im Einsatz. Mehr hier auf ihrer Homepage.

Übrigens gibt es beide Kochbücher auch auf Deutsch unter denselben (englischen) Titeln.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Frau Irgang bäckt die wirklich knusprige (und dazu noch glutenfreie) Pizza


Warum stelle ich hier hin und wieder so etwas Banales wie Kochrezepte vor, obwohl es doch auf diesem Blog um ernstzunehmende Spiritualität geht? Als Erklärung verweise ich 1. auf meinen Post vom 20. Januar ("Form ist Leerheit. Leerheit ist Form"), 2. auf das Motto dieses Blogs "die poesie des augenblicks" und 3. auf Seite 117 in meinem Buch "Wunderbare Unvollkommenheit"; der Text trägt den Titel "Vom Kochen der Suppe", und er gehört zu dem Kapitel "Tief in der Arbeit".

Alles klar? Dann holen wir jetzt mal ein Backblech, eine Waage und eine Schüssel und fangen an.

Der Boden:

80 g glutenfreie Mehlmischung (ich nehme die von Bauck aus dem Bioladen)
45 g Buchweizenmehl
1/2 TL Psyllium husk (gemahlener Flohsamen)
12 g frische Hefe
100 ml lauwarmes Wasser
1/4 TL Salz
1 EL Olivenöl

Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen; alle Zutaten einschließlich des Hefewassers rasch verrühren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, den Teig auf dem Papier unter einer Lage Frischhaltefolie sehr dünn ausrollen und zugedeckt an warmem Ort 30 Minuten gehen lassen. Backofen auf 220 Grad vorheizen. In der Zwischenzeit den Belag vorbereiten. Bei mir heute:

Der Belag:

Eine Handvoll Champignons sehr dünn blättern, mit einem Spritzer Olivenöl, einer zerdrückten Knoblauchzehe und etwas getrocknetem Basilikum kurz in der Pfanne anrösten. Mit Salz und Pfeffer würzen, beiseite stellen.

1/2 Glas Bio-Tomatensauce, 1 EL Ricotta und 1 TL Red Pesto verrühren, kräftig würzen mit Chili, Cayenne-Pfeffer und Salz. Die Mischung auf den Boden streichen, die Champignons verteilen, eine Handvoll geriebenen Käse und eine zerzupfte Kugel Mozzarella darüberstreuen.

Pizza ca. 15 Minuten bei Ober- und Unterhitze backen. Dann das Blech auf den Ofenboden stellen und noch weitere 2-5 Minuten backen (je nach Herd). Aufpassen, dass der Pizzaboden nicht verbrennt.

Die Pizza ist wirklich knusprig und schmeckt besser als die bei meinem Italiener an der Ecke! Guten Appetit!

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Frau Irgang bäckt für Weihnachten: Mandelschnittchen


Der Teig:

220 gr glutenfreies Kuchenmehl (normales Weizenmehl geht auch)
50 gr gemahlene Mandeln
60 gr Rohrohrzucker
1 Prise Salz
2 Eier
100 gr kalte Butter in Flöckchen

Alle Zutaten verkneten und 20 Minuten in die Kälte stellen. Auf Backpapier ca. 0,5 cm dick ausrollen und bei 180° ca. 8 Minuten vorbacken.

Der Belag:

100 gr Butter
200 gr Mandelblättchen
80 gr Rohrohrzucker
1 Päckchen Vanillezucker 
2 EL Honig
4 EL Aprikosenmarmelade

Mandeln, Butter, Zucker und Honig in einer Pfanne zum Simmern bringen. Die Aprikosenmarmelade auf den vorgebackenen Boden streichen, die noch warme Mandelmasse darüber verteilen. Weitere 15 Minuten backen, bis die Oberfläche karamellisiert ist.

Noch warm aufschneiden und einen guten Tee dazu kochen!

Samstag, 23. Juli 2016

Frau Irgang kocht heute vegan: Dal mit Süßkartoffel und Kokos-Chutney


Nizza. Türkei. Würzburg. München. Wir hören die Nachrichten. Wir sehen fern. Wir lesen die Zeitungen. Wir fühlen uns hilflos. Und deshalb tun wir vermutlich das Einzige, was wir tun können: Wir wenden uns der winzigen Ecke der Welt zu, die wir bewohnen, und kümmern uns um sie, weil ihre Unversehrtheit auf einmal nicht mehr selbstverständlich ist. Backen mit dem Kind Sandkuchen. Werfen dem Hund Stöckchen zu. Singen ein Lied. Laden jemanden ein und kochen etwas besonders Feines. Vielleicht dies:

Dal mit knuspriger Süßkartoffel und Kokos-Chutney

Für die Süßkartoffeln:

2 kleine Süßkartoffeln, geschält, in 1,5 cm große Würfel geschnitten / Salz / Pfeffer / 1 TL Kreuzkümmel (Samen oder Pulver) / 1 TL Fenchelsamen / Olivenöl

Die Kartoffelwürfel auf einem Backblech verteilen, alle Gewürze darüberstreuen und mit Olivenöl beträufeln. Im Ofen bei 220° ca. 20 Minuten rösten, bis sie außen knusprig, innen weich sind.

Für das Dal:

2 Knoblauchzehen, gehackt / 1 daumengroßes Stück Ingwer, gehackt / 1 grüner Chili, fein gehackt / 1 rote Zwiebel, gehackt / 1 TL Kreuzkümmel / 1 TL Koriander / 1 TL Kurkuma / 1 TL Zimt / 200 g rote Linsen / 1 Dose Kokosmilch (400 ml) / 400 ml Gemüsebrühe / wenn vorhanden: etwas Blattspinat und Koriandergrün / Saft 1/2 Zitrone

In einem großen Topf Knoblauch, Ingwer, Chili und Zwiebel in etwas Öl anbraten, bis sie weich sind. Die anderen Gewürze dazugeben und einige Minuten anbraten. Linsen, Kokosmilch und Brühe hinzufügen und zum Simmern bringen. Ca. 20 Minuten sanft köcheln lassen. Vor dem Servieren Zitronensaft, Spinat und Koriandergrün einrühren.

Für das Chutney

50 g Kokosraspeln / 1 TL schwarze Senfsamen / 10 Curryblätter (frisch oder getrocknet) / 1 Stückchen Ingwer, fein gerieben / 1 roter Chili, fein gehackt, oder Pulver

Kokosraspeln mit etwas kochend heißem Wasser übergießen. Senfsamen und Curryblätter in etwas (Kokos-)Öl anbraten, bis sie knistern, und über die Kokosraspeln gießen. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann Ingwer und Chili unterrühren und vermischen.



Dies ist ein Rezept aus dem sehr guten Kochbuch von Anna Jones "a modern way to eat". Vegetarische und vegane Rezepte, ganz ungewöhnlich gewürzt. Es gibt auch einfache Rezepte darin, aber die Konzentration auf etwas Aufwendigeres hat mir heute gut getan.

Mosaik Verlag, ISBN 978-3-442-39286-5

Donnerstag, 19. Mai 2016

Frau Irgang bäckt: der etwas andere Früchtekuchen


Bei den kühlen Temperaturen hier im Südwesten ist ein schmackhafter Winterkuchen zum Tee willkommen. Man nehme:

125 g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Zimt
120 g Rohrohrzucker
80 g feingeriebene Möhren
180 g gemischtes gehacktes Dörrobst (Rosinen, Datteln, Feigen, Aprikosen ...)
90 g klein gehackte Blockschokolade
30 g Kokosflocken
2 Eier
90 g zerlassene Butter

Mehl, Backpulver und Zimt in eine Schüssel sieben, mit Zucker, Möhre, getrockneten Früchten, Schokolade und Kokosflocken mischen. Eier und Butter zugeben. In eine Springform von ca. 25 cm Durchmesser füllen und bei 180° ca. 30 Minuten backen. In der Form abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen.

Für den Belag 200 g Frischkäse und 30 g weiche Butter mit dem Handrührgerät glatt rühren. 150 g Puderzucker hinzugeben und alles zu einer luftigen Masse schaumig rühren (dauert ein paar Minuten). 1 TL heißen Zitronensaft einrühren. Den Belag auf dem Kuchen verteilen und nach Wunsch mit gehackten Nüssen und/oder Kokosflocken bestreuen.

Guten Appetit!

Sonntag, 1. Mai 2016

Frau Irgang kocht: der Nach-dem-Yoga-Teller


Nach der Yoga-Stunde brauche ich etwas Frisches, Leichtes. Da gibt es dann zum Beispiel so etwas: Feldsalat, Karotten, Radicchio, Papaya, griechischer Feta, mit Zwiebeln und Knoblauch gebratene Champignons und in Olivenöl geröstete Croutons aus Vollkornbrot. Dazu Orangen-Senf-Dressing und Kräuter vom Balkon.

Nächste Woche vielleicht mit lauwarmem grünem Spargel oder Shiitake-Pilzen oder Roter Bete oder karamellisierter Birne oder ...

Mittwoch, 16. März 2016

Frau Irgang kocht: Linsen-Kokos-Suppe


Meine Lieblings-Suppe für alle Lebenslagen. Wärmt den Magen und die Sinne und ist ganz schnell zubereitet.

Zutaten:

150 g rote Linsen
1 große Karotte
1 kleine Stange Staudensellerie oder eine halbe Fenchelknolle
Ca. 2 cm Ingwer
1 Schalotte
1 große Knoblauchzehe
2 Tl Currypulver
Ca. 600 ml Gemüsebrühe (gern auch mehr für flüssigere Konsistenz)
400 ml Kokosmilch

Alle Gemüsezutaten würfeln. Die Schalotte mit Knoblauch, Ingwer und Curry kurz in Öl andünsten. Gewaschene Linsen, Sellerie/Fenchel und Karotte dazugeben und mit Gemüsebrühe und Kokosmilch ablöschen. Ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Alles pürieren. Einen Tl Honig einrühren, mit Cayennepfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken. Mit gerösteten Kokoschips anrichten.

Guten Appetit!

Sonntag, 31. Januar 2016

Frau Irgang kocht: Pastinaken-Suppe mit Zimt-Birnen-Karamell


Zutaten für 2 Personen:

1 gewürfelte Schalotte
1 große mehlige Kartoffel
1 große Pastinake
1 kleine Knoblauchzehe
Gemüsebrühe
Zitronensaft
Salz/Pfeffer/Cayennepfeffer

1 geschälte gewürfelte Birne
1 Tl Zucker
1 Tl Zimt
Butter oder neutrales Öl

Zwiebel andünsten, grob gewürfelte Kartoffel und Pastinake dazugeben, mit Brühe (Menge nach Wunsch) ablöschen, ca. 15 Minuten köcheln lassen. Knoblauch hinzufügen, pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und ein wenig Zitronensaft abschmecken. Birne schälen und würfeln, mit Zucker und Zimt in einer Pfanne karamellisieren, ein wenig Butter hinzufügen. Birnenwürfel in die Suppe geben, mit Schlagsahne verfeinern. 

Guten Appetit!

Sonntag, 29. März 2015

Frau Irgang kocht: Vegetarisches Chili


Jeder Blog, der was auf sich hält, veröffentlicht - egal, welche Themen er sonst behandelt - irgendwann ein Rezept. Deshalb hier das Sonntagsessen von Frau Irgang. Das Basisrezept verdankt sie Ken Wilber, hat es aber für ihren Geschmack entscheidend verändert, alle Zutaten natürlich in Bioqualität gekauft und heute für 2 Personen so gekocht:

1 Dose Kidney Beans
1 Dose geschälte Tomaten (pomodori pelati)
2 Schalotten, gehackt
1 grüne Paprikaschote, gehackt
2 Stangen Sellerie, gehackt
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll Mandeln oder Cashewkerne, gehackt
1 große Handvoll Rosinen
1 Tasse Gemüsebrühe
0,3 l alkoholfreies Bier
Oregano, frische Petersilie, Kurkuma, Cayennepfeffer, Salz, Zucker

Zwiebeln in Olivenöl andünsten, Gemüse dazu, dünsten. Tomaten und Kidney Beans, Gemüsebrühe, Bier und getrockneten Oregano dazugeben, ca. 15 Minuten köcheln. Zum Schluss die Nüsse und die Rosinen. Kräftig würzen mit Kurkuma, Cayennepfeffer, Salz und Zucker, mit frischer Petersilie bestreuen und, für Nicht-Veganer, mit geriebenem Käse.

Das Tolle am Chili sind die Rosinen!