Dienstag, 26. März 2019

Frühlings-Feuerwerk


Die Trauerweide schiebt das Trauern auf

Jetzt ist Zeit für
sprühende Lichter
goldene Regen
Flirren Flüstern Fächeln

Am Abend probt der Amselchor Koloraturen


Donnerstag, 21. März 2019

Plum Village, damals

Photo: Plum Village


Als ich das erste Mal nach Plum Village kam, war ich beeindruckt von den freundlichen und fröhlichen vietnamesischen Nonnen und Mönchen. Das Zentrum war Anfang der 1990er Jahre alles andere als perfekt. Die Klöster Upper und Lower Hamlet bestanden mehr oder weniger aus ein paar in karger Landschaft stehenden verlassenen französischen Bauernhäuschen aus locker zusammengefügten Steinen, im Winter notdürftig beheizt von alten Holzöfchen. Weil die Abzüge nie funktionierten, war der Raum schnell voller Rauch. Ich erinnere mich an ein paar provisorisch aufgestellte Toilettenwagen, die wenige Duschen mit kaltem Wasser boten, und Plumpsklos, vor denen  sich lange Schlangen bildeten. An Nächte auf dünnen Schaumstoffmatratzen neben dem Eimer, in den das Regenwasser durch das lecke Dach tropfte. Aber die Vietnamesen strahlten, als hätten sie das große Los gezogen, und aus ihrer Sicht hatten sie das auch. Als ein paar Europäer  und Amerikaner sich über die hygienischen Bedingungen beschwerten, empörte sich Sr. Chan Khong, die engste Mitarbeiterin von Thay, mit den Worten: „Wir sind dankbar dafür, hier in Frieden leben zu können, und sogar die Toiletten sind besser als in Vietnam auf dem Land.“

Vielleicht sollten wir mal dankbar sein für all das Gute, das uns selbstverständlich ist, in unserem Land, in der Welt und im persönlichen Leben.


Dies ist der etwas gekürzte Text meines Frühjahrsbriefes 2019. Wer meine Jahreszeitenbriefe noch nicht hat und bekommen  möchte, schreibe eine Mail an info (at) margrit-irgang.de. Er/sie erhält dann vier Mal im Jahr von mir Post. 


Donnerstag, 14. März 2019

Herr Litfass. Entblößt.



Das ist Herr Litfass, Nachbar in meiner Straße. 

Herr Litfass plaudert gern. Erzählte mir immer von den Vorträgen in der Uniklinik ("Kokosöl und andere Ernährungsirrtümer"; später war's auf youtube, wo es einen Shitstorm hervorrief. "Wir lassen uns unser Kokosöl nicht nehmen!").

Erzählte auch von den Konzerten des Freiburger Barockorchesters (Karten ein Jahr im voraus ausverkauft und teuer).

Und ausgiebig vom Weihnachtsmarkt (ist eh vorbei).

Auf einmal ist Herr Litfass verstummt. Bis auf die Unterwäsche entblößt.

Herr Litfass hat endlich den Mut, er selbst zu sein. Bekleidet erschien er schon mal in den sozialen Netzwerken; so ganz und gar ungeschminkt will ihn da keiner haben. Das verstehe ich überhaupt nicht. Denn was ist, zu meiner Überraschung, Herr Litfass, wenn er den Mut hat, er selbst zu sein?

Ein Kunstwerk von Lucio Fontana.

Herr Litfass mitsamt seiner Frau (ja, die kannte ich nicht) erregt die Gemüter. Diskussion über die Großfamilie in den Kommentaren.

Samstag, 9. März 2019

Zeit ist eine Illusion


Zeit ist das, was das Licht von uns fernhält.
Es gibt kein größeres Hindernis auf dem Weg zu Gott als die Zeit.

Meister Eckhart

Sie steht seit August auf meinem Balkon. Meine letzte Erdbeere, die jetzt die erste ist. Unverändert schön, zarte Blüte, saftige Frucht (die im Hintergrund). Da drängen sich Fragen auf: Wie hat sie das Überleben geschafft? Warum ist die Blüte nicht verwelkt, die Frucht nicht vertrocknet? Wird sie im Mai (wieder) blühen, (noch einmal) Frucht tragen? Wird aus der Blüte gar noch eine Frucht werden, mit einem Jahr Verspätung?

All diese Fragen handeln von Vergangenheit und Zukunft. Legen wir sie einfach mal als unwesentlich ab und sehen uns an, was da ist: Erdbeerblüte, Erdbeerfrucht. Weiß und Rot. Ein wenig Grün.

Was ist "Zeit"?

Wir behaupten, wir könnten sie "haben", "verlieren" und "gewinnen". Sie kann uns angeblich "davonlaufen", deshalb rennen wir ihr "hinterher", und vor allem "fehlt" sie uns an allen Ecken und Enden. Manchmal scheint sie auch "stehenzubleiben", das sind die außergewöhnlichen Momente. Extrem schön - oder ziemlich grauenhaft. Meist ereilt uns das Stehenbleiben als Schock. In einer Liebesbegegnung, einem Konzert, einem Blick vom Berggipfel, den wir soeben erstiegen haben - oder im Moment eines Unfalls, beim Anblick einer Grausamkeit. Solche Schocks sind zwar unnötig, aber wegen unserer alltäglichen Unbewusstheit dennoch wichtig. Denn was in ihnen tatsächlich "stehenbleibt", ist unser Geist. Er hört auf, einer imaginären Zeit hinterherzurennen und macht nicht mehr den Versuch, sie zu gewinnen und zu füllen. Er befindet sich ganz und gar in der einzigen "Zeit", die es gibt: dem Augenblick.

Eckhart Tolle spricht von "Uhr-Zeit", die gebraucht wird für alle praktischen Belange des Lebens. Und von der wertlosen "psychologischen Zeit", die unser Geist erschafft, indem er Ängste und Hoffnungen in eine imaginäre Zukunft projiziert oder in der nicht mehr existierenden Vergangenheit herumwühlt. Wann immer wir gerade nicht mit der notwendigen Uhr-Zeit und den in ihr stattfindenden Verpflichtungen befasst sind, können wir in den Augenblick zurückkehren, ohne psychologische Zeit einzusetzen.

Zen, Vipassana, tibetische Praxis und christliche Kontemplation schalten die psychologische Zeit aus und führen uns direkt in die Gegenwart. Wie Meister Eckhart sagt: Nur dort können wir das erkennen, was wir Gott oder das Absolute oder die Wahrheit nennen.

Es geht aber noch einfacher. Ohne Tempel, ohne stundenlanges Sitzen, Üben, Rezitieren. Wir sehen uns einfach an, was jetzt da ist. Zum Beispiel eine Erdbeerblüte, eine Erdbeere. Weiß und Rot. Ein wenig Grün. Im März. Eine ganz und gar unzeitgemäße Sache.

Und schon befinden wir uns in der Zeitlosigkeit. Denn der Augenblick ist immer jenseits der Zeit, er vergeht nicht, man kann ihn nicht erreichen. Er ist.

Jetzt.

Und jetzt.


Montag, 4. März 2019

Nobelpreisträgerinnen und andere gute Autorinnen


Zum Internationalen Tag der Frau am 8. März hat die Literatur-Redaktion des SWR fünf Rezensentinnen gebeten, je eine Literatur-Nobelpreisträgerin  eigener Wahl vorzustellen. Von Selma Lagerlöf bis Doris Lessing, eine Besprechung pro Tag. Hier der Link zu den fünf Beiträgen (klick).

Meine Wahl fiel auf  Wisława Szymborska und ihren Band "Hundert Freuden". Wer ihre Gedichte nicht kennt - unbedingt lesen! Zum Beispiel "Jahrmarkt der Wunder": "Ein erstbestes Wunder: / Kühe sind Kühe. / Ein zweites, nicht geringeres: / dieser und kein anderer Garten / in diesem und keinem anderen Obstkern." Alle Gedichte einfühlsam übersetzt von Karl Dedecius. Meine Hommage an diese große Humanistin und Dichterin wird gesendet am Donnerstag, 7. März, um 15.55 Uhr und 19.55 Uhr, auf SWR 2. Die Manuskripte stehen später auf der Homepage.

Die kleine Auswahl aus meiner Schriftstellerinnen-Bibliothek auf dem Foto soll zeigen, dass auch Autorinnen, die nie den Nobelpreis bekamen oder bekommen werden, gute Literatur schreiben.

Freitag, 1. März 2019

Ein Morgen


Ein Morgen

Einfach auf der Couch liegen und glücklich sein.
Ein wenig Summen nur, der ruhige Klang im Kopf.
Probleme sind gerade anderswo beschäftigt, sie haben
so viel zu tun in der Welt.

Kritische Leute schlafen zumeist; sie können dich nicht
ständig im Auge behalten, und manchmal vergessen sie es.
Wenn die Dämmerung über die Hecke fließt,
kannst du aufstehn und etwas tun.

Kleine Winkel wie dieser, herumliegende Himmelsstücke,
können aufgesammelt und aufgehoben werden.
Niemand wird sehen, dass du sie hast,
so leicht sind sie und gut zu verstecken.

William Stafford
(Übersetzung: Margrit Irgang)
 

Sonntag, 24. Februar 2019

Geistige Energie ist nicht unerschöpflich

Sehr zu empfehlen: Absichtslos in den Himmel gucken ...


Seit ein paar Wochen besteht aus diversen Gründen mein Leben aus dringenden Terminen und Verpflichtungen. Dazu kam eine fiese, lang andauernde Erkältung. Irgendwann bemerkte ich, dass ich nicht  mehr in meinem Körper lebte, sondern nur noch in meinem Kopf, der zu planen und zu organisieren hatte. Und weil ich nicht mehr in meinem Körper war, hatte ich die Präsenz im Augenblick verloren. Ich nahm nicht mehr wahr, was in mir und um mich herum geschah.

Der Buddhismus kennt acht Arten des Bewusstseins, und das "Geistbewusstsein" ist die erste Form. Wir würden diese Form des Bewusstseins Denken nennen; es ist die Tätigkeit des Gehirns. Unser Gehirn, sagt Thich Nhat Hanh, "macht nur zwei Prozent unseres Körpergewichts aus, aber verbraucht zwanzig Prozent der Körperenergie". Unser Planen, Analysieren, Grübeln und Urteilen verbraucht also enorm viel Energie. Mit dieser Energie müssen wir haushalten, sie ist nicht unerschöpflich. Zur Zeit ist ja - und das ist absolut zu begrüßen! - viel die Rede davon, dass die Ressourcen der Erde zur Neige gehen, wenn wir nicht sorgsam mit ihnen umgehen. Aber nirgendwo höre ich, dass dasselbe für unsere geistige Energie gilt.

Wie also gehen wir ökonomisch mit unserem Denken um? Wir setzen Gedanken nur dort ein, wo sie sinnvoll sind und gebraucht werden. Jeder in diesem Moment überflüssige Gedanke lässt Energie aus uns fließen wie aus einem Leck. 

Ich habe mich also besonnen auf meine Grundübung: Innehalten, atmen, Körper und Geist wieder zusammenbringen. Beim Gang zu einem Termin bin ich rechtzeitig aufgebrochen, um Zeit zu haben, die ersten Knospen an den Bäumen zu betrachten. Den Wolken nachzusehen, eine Katze zu streicheln. Kostbare Minuten, in denen mein Geistbewusstsein Urlaub hatte, es wurde beim Schauen und Streicheln nicht gebraucht. Mittags habe ich, die gerne kompliziert kocht, eine einfache Suppe gemacht - das Gemüse aber ganz bewusst geschnippelt, der Suppe beim Köcheln zugesehen, sie bedachtsam abgeschmeckt. Jetzt bewohne ich meinen Körper wieder.

Und was macht Ihr, wenn Ihr merkt, dass Eure Gedanken Euch im Griff haben? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

... oder mal nach unten schauen. So ein Teich trägt viel zur Geistesruhe bei.

 

Montag, 18. Februar 2019

Früh ...



... ling!


Mittwoch, 13. Februar 2019

Spielen!


Im Herbst begegnete mir ein sehr trauriger Ball. Der Ball wartete auf ein Kind, das mit ihm spielen wollte. Ich schaute mich um, guckte in Hofeinfahrten. Kein Kind weit und breit. Ich nahm den Ball auf und warf ihn ein paar Mal in die Luft. Spielerisch. Leicht. Weil auch ein Ball nicht traurig sein sollte. Das leuchtet doch ein?

Vor ein paar Tagen, beim Abendessen nach der Chorprobe, kam das Gespräch auf das Thema Spielen. Es stellte sich heraus, dass alle Frauen um mich herum als Kinder gerne gespielt hatten. Sie zählten auf: Canasta, Rommé, Fang den Hut, Malefiz, Quizspiele. Ich, das Einzelkind, habe auch gespielt: Mensch ärgere dich nicht, gegen mich selbst. Und Murmelspiele auf dem Küchenboden, gegen mich selbst. Die Frauen riefen: Ach wie traurig! Spielen ist doch Herausforderung, Wettbewerb, Gewinnen, Verlieren! Aber meine Spielsteine, Würfel und Murmeln hatten ein Kind, mit dem sie spielen konnten. Wenn wir zusammen waren, waren wir nicht traurig.

Bis heute spiele ich, eigentlich mit allem, was ich tue. Mein Kochen und Backen ist im Grunde ein Spiel mit Kochlöffeln, Pfannenwendern, Käsereiben, Hobeln und Messern aller Art. Das Pflanzen von Erdbeeren, Tomaten und allerlei Grünzeug auf dem Balkon ist ein Spiel; mein Schreiben ist ein Spiel mit Worten, Rhythmen und Klängen; mein Singen ist ein Spiel mit meiner Stimme und der Luft, die sie zum Klingen bringt; meine Fotografie ist ein Spiel mit dem Licht.

Bis heute weiß ich nicht, was Gewinnen und Verlieren bedeutet. Meine Spiele haben alle einen höchst ungewissen Ausgang. Nie weiß ich vorher, ob das Soufflé nicht zusammenfällt, der Kuchen trocken ist. Ob Erdbeeren, Tomaten und Grünzeug aufgehen oder aus unerfindlichen Gründen in meinen Kübeln still versterben. Nie weiß ich vorher, ob der Text, die Erzählung, das Gedicht gelingen werden, ob ich die richtige Form für einen Gedanken finde, den Rhythmus, der ein Gefühl ausdrückt. Dieses eine einzigartige Gefühl, das mich zum Schreiben veranlasst hat. Ich weiß vor keiner Probe, keinem Konzert, ob meine Konzentration, mein Stimmvermögen und mein musikalisches Verständnis ausreichen, um den Chor mitzutragen. Und wenn ich auf den Auslöser drücke, weiß ich nie, ob das Foto, das ich gerade mache, das kleine Extra aufscheinen lässt, diese Winzigkeit des Unausdrückbaren, die nicht im Materiellen lebt, sondern in den Zwischenräumen. Ich habe es erspürt, deshalb habe ich das Foto gemacht. Aber werden andere es auch spüren, wenn sie das Foto auschauen?

Kann ich sagen, dass ich das Spiel am Herd verloren habe, wenn das Soufflé ein elendes Häufchen ist? Habe ich verloren, wenn das Basilikum verwelkt ist, das Gedicht im Papierkorb landet, meine Stimme heiser ist, das Foto banal? 

Da bin nur ich und ein Käsehäufchen, ein schlappes Grün, ein zusammengeknülltes Papier.

Ich glaube, das ist die Wahrheit hinter dem Sichtbaren: das Universum spielt. Es spielt mit Farben, Klängen, mit Nacht und Tag. Es spielt mit Sonne, Regen und Wind und mischt das Ganze zu dem, was wir Wetter nennen. Es spielt mit Blumen, Bäumen, Tieren und mit uns, mischt uns immer neu zusammen, zu immer neuen Begegnungen, zu immer neuen Trennungen. Das Universum spielt nicht, um zu gewinnen. Es spielt, um zu spielen.

Und vielleicht - also, ich bin mir da fast sicher - ist das Universum traurig, wenn es niemanden hat, der mit ihm spielen will. Deshalb sollten wir uns hin und wieder ein wenig einmischen. Ganz leicht, ganz spielerisch. Nicht, um zu gewinnen. Um mitzuspielen.


Dienstag, 5. Februar 2019

Das Freudenfeuer anzünden

... für ein großes Freudenfeuer ...

"Um zu verstehen, was Freude ist, stellen wir am besten erst einmal fest, was sie nicht ist. Freude ist weder Spaß noch Vergnügen, noch ist sie Rausch und Ekstase. Spaß und Vergnügen sind von äußeren Objekten abhängig, die uns Vergnügen schenken sollen. Der Rausch wiederum trägt uns  von uns selbst und den gegebenen Umständen fort, und sein besonderes Kennzeichen ist die Ernüchterung, die uns befällt, wenn wir aus ihm erwacht sind. Wenn Spaß und Vergnügen Strohfeuer sind und der Rausch eine Stichflamme, dann könnten wir die Freude mit einer wohlig wärmenden Glut vergleichen. Um solch eine Glut herzustellen, müssen wir in unserem Herd ein solides Feuer anzünden, und das macht man am besten mit sehr gutem  Holz, das schön trocken ist und in handliche Stücke zerkleinert. Mit anderen Worten: Freude erfordert Klugheit und Geschick, sie fällt nicht so einfach vom Himmel. Wir müssen etwas tun, bevor uns die Glut wärmen kann. Wir müssen geschickte Feueranzünder werden.

Es ist ziemlich leicht, Freude zu empfinden, wenn wir ein Geschenk bekommen, verliebt sind oder Erfolg haben. Was aber geschieht, wenn Verliebtheit und Erfolg vergangen sind und das Geschenk den Neuheitswert verloren hat? Dann ist die Freude mitgegangen, als sei sie ein Anhängsel, das zu den Zuständen gehört und von ihnen mitgezogen wurde. Freude aber ist völlig unabhäng von ihrem Auslöser. Sie entsteht und vergeht in uns selbst; Freude ist eine Haltung, die wir kultivieren können.

Der neue Haarschnitt ist eine Katastrophe, der Kuchen verbrannt, draußen regnet es in Strömen, aber ... aah, der Geruch nach frischer Erde, der zum offenen Fenster hereinkommt! Wir werden immer etwas finden, das unser Freudenfeuer nähren kann: die Tasse Kaffee, wenn wir durchfroren vom Markteinkauf kommen, der Anblick des ersten Schneeglöckchens, die Katze, die ihren Kopf an unserem Bein reibt. Wenn das Schneeglöckchen verwelkt, lebt unsere Freude dennoch weiter. Wenn die Katze sich von uns abwendet, bleibt unsere Freude dennoch bei uns."

(Aus: Margrit Irgang "Wunderbare Unvollkommenheit", Herder Verlag.)