Samstag, 8. August 2020

Jeder Augenblick ist ein Tempel (1. Teil)

Heian-Schrein, Kyoto


Erschienen in: EIAB Magazin, Europäisches Institut für Angewandten Buddhismus, Waldbröl, August 2019
 
Text und Fotos: Margrit Irgang
 
Dieser Text wurde in der Vor-Corona-Zeit geschrieben, aber wenn ich die abstrusen Behauptungen der Verschwörungstheoretiker, Rechten und sonstigen Egozentriker aller Seiten höre und die Bilder der Demonstrationen in Berlin und Stuttgart anschaue, erscheint mir der Text sehr aktuell.


Eine warme Augustnacht in Plum Village, Anfang der 1990er Jahre. Zweihundert Menschen sitzen schweigend auf der Wiese vor Thays Hütte im Upper Hamlet, irgendwo dazwischen Thay selbst, der uns in dieser besonderen Nacht eingeladen hat, mit ihm zusammen das Aufgehen des Vollmonds zu betrachten. Den Erntemond des Monats August, der sich als strahlender Ball langsam über den Horizont schiebt. Jetzt greift jemand zur Shakuhachi, der Klang der Bambusflöte schwebt im Dunkel, die Grillen schrillen, und die südfranzösische Nacht ist zu einem Tempel geworden. 

Die vielen Sommer, die ich in Plum Village verbracht habe, sind ein Schatz meines Lebens. Ich habe gelernt, dass jeder Augenblick – ob mit Mond oder ohne Mond - zum Tempel wird, wenn ich innehalte und mit allen Sinnen wahrnehme, was in mir und um mich herum geschieht. Und dass diese Aufmerksamkeit zu einer Lebenshaltung werden kann, die wundersamerweise die Kraft hat, mich selbst und das soziale Gefüge um mich herum unsichtbar und still im Gleichgewicht zu halten. Das ist nun allerdings Menschen, die keine Meditationspraxis haben, schwer zu vermitteln. Wir müssen heute gravierende Probleme lösen. Klimaerwärmung, Kriege, Migration, die Ausbeutung der Ressourcen, ganz zu schweigen von Hass, Lügen, Machtmissbrauch und Gier auf politischer und wirtschaftlicher Führungsebene. Und dann wandeln da Hunderte Menschen still durch die Landschaft, halten inne, um einer Glocke zu lauschen und bewusst zu atmen, anstatt im Mittelmeer Flüchtlinge zu retten? Ich erinnere mich an eine Ärztin, die einst zu wissen glaubte, warum ich krank war: „Sie haben die falsche spirituelle Praxis. Die Buddhisten wollen ja nur ins Nirvana kommen und nichts mit der Welt zu tun haben.“ 
 
Intersein-Zentrum, Hohenau

Aber vielleicht wissen wir selbst nicht immer so genau, warum wir uns in ein Retreat zurückziehen, und fragen uns zweifelnd, ob das nicht doch ein wenig egozentrisch ist. Dann könnten wir uns diese hübsche Zen-Geschichte erzählen. Ein junger Mann kam einmal zu einem Zen-Meister und sagte beeindruckt: „Ich bin einem großen heiligen Mann begegnet. Er kann in die Zukunft sehen und bringt seinen Schülern bei, dasselbe zu tun.“ „Das kann jeder“, sagte der Zen-Meister gelangweilt. „Mein Weg ist viel schwieriger. Ich bringe den Menschen bei, die Gegenwart zu sehen.“

Das klingt banal und eigentlich selbstverständlich, erweist sich in der Praxis aber schnell als Herausforderung. Will ich wirklich hellwach und präsent sein von Moment zu Moment? Oder will ich mich lieber hinwegträumen in eine imaginäre Zukunft oder einer Vergangenheit nachhängen, die es nicht mehr gibt? Die Gegenwart zu sehen, sie genau wahrzunehmen, kann ein Leben nämlich ganz schön auf den Kopf stellen. Wenn ich etwas anschaue, gleitet mein Blick nur über die Oberfläche, ich lerne es nicht kennen in seinem einzigartigen Sein. Ich kann es mir bequem vom Leib halten. Aber um es wahrnehmen zu können, muss ich mein Herz öffnen. Als Schriftstellerin lese ich gern im Duden-Herkunftswörterbuch, das ist sozusagen die Familiengeschichte der Sprache, der Stammbaum jedes Worts. Ich war ganz aufgeregt, als ich las: Das „Wahr“ in „wahrnehmen“ bedeutete im Althochdeutschen „Aufmerksamkeit, Acht, Obhut“. Ich nehme also das, was ich wahrnehme, in die Obhut meines Blicks. Ich schaue es nicht von außen an, ich will es vielmehr genau kennenlernen, damit ich für es sorgen, ihm Gutes tun kann. 

Der 2. Teil folgt. 

 

Samstag, 1. August 2020

be a bee


Ich habe gelernt, dass jede Biene sich von ganz bestimmten Pflanzen angezogen fühlt. Nur diese Pflanzen fliegt sie an, keine anderen. Die Sehnsucht nach diesen Pflanzen ist ihr Kompass. Dort, nur dort, sammelt sie Pollen und Nektar. (Andere Bienen sammeln bei anderen Pflanzen. Es kommen alle Gattungen dran.)

Ich habe gelernt, dass auch die Pflanze Sehnsucht nach der Biene hat. Mit den Pollen am Haarkleid der Biene werden ihre Stempel bestäubt; ohne Pollen würde sie aussterben. Sie lockt die Biene an mit betörendem Duft und hofft, schneller Bienenbesuch zu bekommen als ihre Schwester nebenan. Die Bienen-Gemeinschaft wiederum sehnt sich nach den Pollen und dem Nektar, weil diese ihren Nachwuchs im Bienenstock ernähren. Muss ich ausdrücklich den Honig erwähnen, der wiederum uns ernährt?

***

So folge ich dem Kompass meiner Sehnsucht. Wo Diskriminierung, Rassismus, Verachtung, Pflicht ohne Freude herrscht, Mühsal ohne Leichtigkeit, finde ich keine Nahrung. Meine Aufgabe verbirgt sich in dem, was mich anzieht. Es lockt mich an (der Duft kann betörend sein). Es will, dass ich Nahrung aus ihm sammle, Nektar und Pollen, um beides zurück in den großen Kreislauf einzuspeisen, der die Natur im Gleichgewicht hält.

So sammle ich still und unauffällig vor mich hin, Tag für Tag. Ein Lichtstrahl auf einer Mauer, eine Bewegung im Schatten eines Tores, ein Lied aus einem offenen Fenster, eine Sommernacht mit Freunden im Garten, ein Wort, aufgefangen aus einem Gespräch Fremder im Vorübergehen. Eingesammelt. Mitgenommen. Zurückgegeben in den Kreislauf des Lebens in Form eines Bildes, eines Gedankens, eines Gedichts. 

Damit die Poesie nicht ausstirbt. Die Welt würde ihren Tod nicht überleben.   

Sonntag, 26. Juli 2020

Lee Mingwei "Sonic Blossoms"


Durch den Hinweis einer Freundin habe ich den wunderbaren taiwanesischen Künstler Lee Mingwei entdeckt. Seine Arbeit betrachtet er als ganz konkretes Geschenk an die Menschen. Er bittet sie zum Beispiel, ihm reparaturbedürftige Kleidungsstücke zu bringen, die er oder seine Mitarbeiter in der Ausstellung dann eigenhändig flicken, wobei sich ein Gespräch entspinnt zwischen den beiden Menschen: zum Beispiel über die Geschichte des Kleidungsstücks und seinen Wert für den, der es repariert haben will.

Besonders berührend ist sein Projekt "Sonic Blossoms", in dem eine Sängerin oder ein Sänger jemandem ein Lied von Schubert zum Geschenk macht. Lee Mingwei hatte gerade eine Ausstellung im Berliner Gropius-Bau, die ich gern gesehen hätte.

Mehr über ihn hier: leemingwei.com

Mittwoch, 15. Juli 2020

Momentaufnahme #1


vom Stromkabel hängt

frisch gewaschen der Himmel

an Schwalbenklammern


(aus meiner neuen Serie: Momentaufnahme)

Freitag, 10. Juli 2020

Weltreise


Ich habe gelesen, dass die Balearen ab Montag eine Maskenpflicht nicht nur in öffentlichen geschlossenen Räumen anordnen, sondern auch im Freien, "sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen". Es ist ja ziemlich wahrscheinlich, in der frischen Luft auf andere Menschen zu treffen; vielleicht geht man auch deshalb jetzt gerne raus. Ich las weiter, dass Kreuzfahrten wieder angeboten werden, vorerst für maximal eine Woche, ohne dass ein Hafen angelaufen wird. An Bord müssen sich die Passagiere "auf Temperaturmessungen, Wegeleitsysteme und eine Maskenpflicht in Fahrstühlen, Treppenhäusern und Kabinenfluren einstellen". Es wird auch nur einen eingeschränkten Speiseplan geben (keine Völlerei an überbordenden Büffetts!).

Und das alles kostet Tausende Euro.

Ich war gestern mit einer Freundin bei herrlichen 30 Grad auf Weltreise im lauschigen Botanischen Garten. Ein paar Müßiggänger lagerten unter den Bäumen im Gras, ein paar Hunde schlürften aus Teichen; als Hintergrundgeräusch das leise Wisch-Wisch der Rasensprenger.

In Tibet machte sich ein Strauch gerade bereit, demnächst aufzublühen (siehe oben). Ich hätte nicht gedacht, dass in Tibet so etwas Fragiles wächst. Wahrscheinlich meditierten seine Ahnen seit Äonen, das stärkt die Gene. Die entblößte Schulter tibetischer Mönche übersteht ja auch die härtesten Winter.


Seerosen sind ja ganz hübsch, aber in Südostasien blühte gerade der echte Lotos! 



Und natürlich gab es viele Tiere zu sehen. 

Es war wirklich lohnend, und das Ganze zum Nulltarif. Hinterher gingen wir in Thailand essen. Ohne Völlerei und Temperaturmessung.

Das mal nur so als Vorschlag für den Sommerurlaub.

Sonntag, 5. Juli 2020

Mooooond


 4. Juli 2020, 21.30 Uhr: südbadischer Mondteller


Lied vom Monde

Wind, Wind, sause,
der Mond ist nicht zu Hause;
er ist wohl hinter den Berg gegangen,
will vielleicht eine Sternschnuppe fangen,
Wind, Wind, sause.

Stern, Stern, scheine,
der Mond, der ist noch kleine;
Stern, Stern, scheine,
er hat die Sichel in der Hand,
er mäht das Gras am Himmelsrand,
Stern, Stern, scheine.

Singe, Vogel, singe,
der Mond ist guter Dinge;
er steckt den halben Taler raus,
das sieht blank und lustig aus,
singe, Vogel, singe.

Und hell wird's, immer heller;
der Mond, der hat 'nen Teller
mit allerfeinstem Silbersand,
den streut er über Meer und Land,
und hell wird's, immer heller. 

Paula Dehmel (1862-1918)


Freitag, 26. Juni 2020

Konstantin Wecker: Gefror'nes Licht



Vor ein paar Jahren sprach ich für ein SWR-Feature zum Thema Willensfreiheit in München mit dem Quantenphysiker Hans-Peter Dürr. Zwei faszinierende Stunden verbrachte ich im Werner-Heisenberg-Institut mit einem Physiker, der mir die Quantenphysik mit poetischen Bildern nahebrachte - die einzige Form für mich, abstrakte Inhalte zu verstehen. Professor Dürr sagte: "Es gibt nichts Seiendes, nichts, was existiert. Es gibt nur Wandel, Veränderung, Prozesse." Eine halbe Stunde sprachen wir über den Satz, der mich in seinem Werk am meisten beschäftigte: "Materie ist nicht aus Materie aufgebaut. Sie ist eine Verknotung von Verbindungen."

Der von mir geschätzte Musiker Konstantin Wecker ist bis heute von seiner Begegnung mit Hans-Peter Dürr fasziniert. "Materie ist nichts als gefrorenes Licht", sagte der poetische Physiker damals, und der Musiker-Poet schrieb daraufhin eins seiner, wie ich finde, schönsten Lieder: "Gefror'nes Licht". 

"Da ahnst du, dass
was scheinbar fest gefügt
und uns sich als die Wirklichkeit erschließt,
nichts als ein Bild ist, das sich selbst genügt,
durch das verträumt ein großer Atem fließt.
Du magst es greifen, du begreifst es nicht,
was du auch siehst, ist nur gefror'nes Licht."

Konstantin Wecker

Was wieder einmal beweist: Wir brauchen die Sprache der alten Schriften und Meister nicht, die uns oft den Weg zum Verständnis der Wirklichkeit eher verstellen. Wir brauchen die Poeten. Sie erfassen mit ihrer feinen Wahrnehmung die Tiefe hinter dem Sichtbaren und haben die Gabe, sie in Bilder zu kleiden.

Mehr über mein Gespräch mit Professor Dürr in meinem Buch "Leuchtende Stille".


Freitag, 19. Juni 2020

Mein Teich. Abstrakt.


„Der kleinste Punkt erzeugt eine Spannung mit etwas anderem. Jede Markierung, jedes Motiv befindet sich in einer natürlichen Position. Ich sehe also nichts, was daran willkürlich oder künstlich wäre. Für mich wirkt es so, als sei es ganz natürlich zustande gekommen, und genau das versuche ich auch zu erreichen.“

Der amerikanische Künstler Cy Twombly (1928 - 2011)
 

Sonntag, 14. Juni 2020

Stephen Batchelor "Die Kunst, mit sich allein zu sein"


Stephen Batchelor ist Meditationslehrer, ehemaliger Mönch und ein wenig das "Enfant terrible" des Buddhismus. Seine Bücher tragen so schön aufmüpfige Titel wie "Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten", und in gewissen sehr ernsthaften buddhistischen Kreisen gilt er eher als lockerer Vogel. Dieses Urteil nährt er - wie ich vermute, mit großem Vergnügen - mit seinem Buch "The Art of Solitude", das jetzt auf Deutsch vorliegt.

Seit einiger Zeit fertigt er Collagen an (das Titelbild zeigt eine davon), und in Form einer Collage ist das Buch auch geschrieben. Er erkundet in 32 kurzen Kapiteln das Thema Mit-sich-Alleinsein in Meditation, Kunst und Literatur. Viel befasst er sich mit Montaigne und - mein persönliches Highlight des Buches - mit den Bildern von Vermeer, denen er schöne Betrachtungen widmet.

Vor allem ist dies ein persönliches Buch, in dem er von seiner spirituellen Reise durch das Leben erzählt. Ausführlich befasst er sich mit seinen Erfahrungen mit Peyote und Ayahuasca. Drogenkonsum ist im Buddhismus untersagt, aber es ist nicht der Verstoß gegen irgendwelche Gebote, der mich hier irritiert. Batchelor mag stabil genug sein, von psychedelischen Drogen nicht hinweggetragen zu werden; ich kenne viele andere, die es nicht sind und nach dem Konsum solcher Substanzen den Boden unter den Füßen verloren haben. Gut finde ich allerdings die Offenheit, mit der er seine Trips beschreibt. Einmal sagt er, er habe sich dabei "seine Anhaftung an den Buddhismus aus dem Leib gekotzt". Mein Eindruck ist in der Tat, dass Stephen Batchelor in all seinen Büchern gegen eine - seine! - Auffassung von Buddhismus und den Institutionen, die ihn vertreten, gekämpft hat wie ein Sohn gegen den übermächtigen Vater. Vielleicht brauchte er tatsächlich die Drogen, um sich von dem Übervater zu befreien.

Aber das Thema dieses Buches ist ja das Mit-sich-Alleinsein, und da gelingen ihm schöne Überlegungen: "Diese Art, mit dir allein zu sein, ist Nirvana: ein klarer Raum der Freiheit, aus dem heraus du auf die Welt reagieren kannst, ohne von reaktiven Begierden, Ängsten, Hass und Meinungen überflutet zu werden."

Ich sehe mit Genugtuung, dass es immer mehr Lehrer/innen und Praktizierende gibt, die den strengen Rahmen der Institutionen und Religionen verlassen, weil ihre Erkenntnisse sie frei gemacht haben, ihrem eigenen Weg zu folgen. Batchelor und seine Bücher gehören dazu. Ohne Zweifel können uns große Geister wie Buddha und Jesus Orientierungshilfe geben. Aber die Institutionen, die sich durch die Jahrhunderte hindurch um die wertvollen Lehren gebildet haben, sind in den meisten Fällen verkrustet.

Bücher wie dieses ermuntern uns, die Lehren klug anzuwenden, eine Praxis zu stabilisieren und mit der so gewonnenen Achtsamkeit, Geistesklarheit und Gelassenheit unseren eigenen Weg zu gehen.

Stephen Batchelor "Die Kunst, mit sich allein zu sein", aus dem Englischen von Saskia Graf, edition steinrich, Berlin ISBN 978-3-942085-73-1

Wer den kleinen engagierten Verlag edition steinrich unterstützen möchte, kann das Buch direkt und ohne Versandgebühr im Online-Shop des Verlags bestellen: https://janando.de/editionsteinrich/liste/


Mittwoch, 3. Juni 2020

Thich Nhat Hanh: Ehrfurcht vor dem Leben


Black and White. They need each other.

Minneapolis. Ein Video. Ein Mann wird, unfassbare zehn Minuten lang, anscheinend vorsätzlich erstickt. Von einem Polizisten, der für die Bürger da sein sollte. Für alle Bürger. Aller Hautfarben.

In einem solchen Moment kann man sehr viele Worte machen. Man kann Antworten suchen auf falsche Fragen ("Welche gesellschaftlichen Bedingungen führen zum Rassismus?"). Man kann in den sozialen Netzwerken schwarze Kacheln posten. 

Man kann auch schweigen. 

Und die Erste Achtsamkeitsübung aus der Schule von Thich Nhat Hanh praktizieren. An jedem Tag, in jeder Minute. Dann beginnt sie zu wurzeln in Geist und Herz. Vielleicht blüht sie sogar.

Ehrfurcht vor dem Leben
Im Bewusstsein des Leidens, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, bin ich entschlossen, Mitgefühl und Einsicht in das „Intersein“zu entwickeln und Wege zu erlernen, das Leben von Menschen, Tieren, Pflanzen und unserer Erde zu schützen. Ich bin entschlossen, nicht zu töten, es nicht zuzulassen, dass andere töten, und keine Form des Tötens zu unterstützen, weder in der Welt noch in meinem Denken oder in meiner Lebensweise. Im Wissen, dass schädliche Handlungen aus Ärger, Angst, Gier und Intoleranz entstehen, die ihrerseits dualistischem und diskriminierendem Denken entspringen, werde ich mich in Unvoreingenommenheit und Nicht-Festhalten an Ansichten üben.

Samstag, 30. Mai 2020

Etwas geht, etwas kommt


"Are you going to Scarborough Fair? / Parsley, sage, rosemary, and thyme. / Remember me to one who lives there. / She once was a true love of mine."

Simon & Garfunkel

Dieses schöne Lied habe ich in meinen Zwanzigern gesungen, mit einer Band aus Freunden. Auf der Straße, in Kellern, auf winzigen Bühnen. Ich werde nie wieder so unbeschwert und unbekümmert singen (ich singe anders und anderes), und obwohl ich einen guten und netten Chor habe, erinnere ich mich mit leiser Wehmut an Nächte, in denen wir gejammt haben bis zum Morgengrauen. In einer Zeit, in der Musik mein Leben war.

So vieles geht gerade zu Ende. Der kleine Handarbeitsladen, in dem ich gern eingekauft habe, muss schließen, weil er die Miete nicht mehr zahlen kann. Mein guter und sympathischer Zahnarzt, den ich seit zwanzig Jahren habe, geht in Pension.

Wenn die Bedingungen entsprechend sind, erscheint etwas in der Welt. Wenn sie nicht mehr ausreichen, geht es aus der Welt und verwandelt sich in etwas anderes. "Weg" ist es nur für unsere Augen. (Deshalb hat Thich Nhat Hanh das Lied geschrieben "No coming, no going".)

Aber die kleinen Spatzen, die unter meinem Dachfirst geboren wurden, beginnen zu fliegen. Die Tomaten und Himbeeren reifen. Die Rosen blühen. Und heute gehen wir ein wenig wandern.

Mit diesem großartigen Arrangement von "Scarborough Fair", gesungen von Apollo 5, wünsche ich Euch ein schönes Pfingstfest.


Sonntag, 24. Mai 2020

Mein Teich


"Es ist egal, wie weit du reist. Das weiteste Ziel ist für gewöhnlich das am wenigsten lohnendste. Wichtig ist allein, wie lebendig du bist." Henry David Thoreau

In diesen Tagen, in denen Griechenland wieder seine Strände öffnet, die Balearen um Gäste werben, Italien dem nicht nachstehen will und die Lufthansa folglich ab Juni wieder mehr Flüge anbietet, reise ich an meinen Teich.

Mein Teich ist zwanzig Kilometer von meiner Wohnung entfernt. Er liegt versteckt in einem Wald, kein Auto kann ihn erreichen. Deshalb bin ich dort fast immer allein mit den Vögeln. Ich setze mich ans Ufer und beobachte die Fliegen, die sich auf den Blättern der Seerosen niederlassen. Ab und an huscht der rötliche Schatten eines Fisches vorbei; ich weiß nicht, wie die Fische in meinem Teich heißen, es ist mir auch egal. Je älter ich werde (und je länger diese wunderbare Ereignislosigkeit dauert, die sie Lockdown nennen), umso weniger Interesse habe ich, die Welt zu benennen. Ich will sie einfach nur sehen. Hören. Riechen.


 
Mein Teich überrascht mich immer wieder. In jeder Jahreszeit, im wechselnden Licht jeder Stunde zeigt er ein anderes Gesicht. Ich betrete den Wald in Vorfreude. Die Spannung wächst mit jedem Schritt, und ein wenig aufgeregt und besorgt (hat ihn auch niemand vermüllt, besudelt, entheiligt?) biege ich um die Ecke, halte den Atem an - und, oh, er ist immer noch er selbst, in sich ruhend, still.

Wir brauchen Orte, die uns einlassen in ihre Stille, unsere Anwesenheit dulden und doch unergründlich bleiben. Orte des Geheimnisses.

"Manche von uns reisen, um durch den Vorhang des Gewöhnlichen zu schlüpfen, hinein in die Präsenz von etwas, das außerhalb unseres Begreifens liegt." Pico Iyer

Mein unbegreiflicher Teich.

 

Dienstag, 19. Mai 2020

Noch mehr Glück


Das Glück liegt auf der Straße.

 Sag ich doch.

Man darf nur nicht immer dynamisch nach vorn schauen, in Richtung Gewinnmaximierung/ Dividende/Beförderung/Ruhm.

Dann übersieht man's.


Sonntag, 17. Mai 2020

Oh happy day


Die Zeitschrift DIE ZEIT bringt in ihrer jüngsten Ausgabe ein Interview mit dem scheidenden Präsidenten des Bundes-Verfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Auf die letzte Frage, wie ihn die zwölf Jahre seiner Amtszeit verändert hätten, sagt Voßkuhle, er sei heute nicht mehr so optimistisch, dafür aber gelassener. Er wisse heute, dass man Krisen überleben könne. Und dann kommt der Satz: "Das Glück, das man im Leben erfährt, ist kein Ereignis, sondern eine Haltung, die man sich täglich neu erarbeiten muss."

Ich führe seit zwei Monaten so etwas wie ein Glücks-Tagebuch. Alle zwei, drei Tage ein paar Worte zu Wahrnehmungen, die mich glücklich gemacht haben. Die Butterblumenwiesen. Die hängenden Glyzinien. Der Baumwipfel, der sich in der Pfütze spiegelt. Das Licht, die Schatten. Der Hund, die Katze, der Mond. Das frisch gebackene Brot. Der Duft des Tees. Die Stille.

"Denken Sie nur. Zuweilen sehe ich die blaue Fliege. Ja, das hört sich alles so dürftig an, ich weiß nicht, ob Sie es verstehen." "Doch, doch, ich verstehe es." "Ja, ja. Und zuweilen sehe ich das Gras an, und das Gras sieht mich vielleicht wieder an; was wissen wir? Ich sehe einen einzelnen Grashalm an, er zittert vielleicht ein wenig, und mich dünkt, das ist etwas; und ich denke bei mir: Hier steht er nun, dieser Grashalm, und zittert! Und ist es eine Fichte, die ich betrachte, so hat sie vielleicht einen Zweig, der mir auch ein wenig zu denken gibt. Aber zuweilen treffe ich auch Menschen auf den Höhen, das kommt vor ..."

Knut Hamsun. Pan.

Sonntag, 10. Mai 2020

Thich Nhat Hanh: I am responsible


"We cannot say 'I am separate and unique. I am not responsible.' Instead we must learn to say: 'By taking good care of myself, I take good care of you. And by taking good care of you, I take care of myself.'" 

Thich Nhat Hanh

Das ist es, worum es geht.
Verantwortungsbewusstsein. Rücksicht. Höflichkeit. Zu wissen: Das Virus kennt keine Grenze zwischen mir und dem anderen. Indem ich mich schütze, schütze ich dich. Indem du dich schützt, schützt du mich.
Ich bin fassungslos über die Bilder von den Demonstrationen am Wochenende. Tausende stehen dicht gedrängt ohne Mundschutz beisammen und haben offenbar den Ernst der Situation nicht begriffen. "Wir sind das Volk"??? Dann gehören Virologen wie der kluge Christian Drosten, Ärzte aller Fachrichtungen und besonnene Politiker wie Angela Merkel nicht zum Volk. Dann gehöre ich nicht zum Volk.

 


Haben wir begriffen, dass der Sinn des Lockdowns und der Kontaktsperren nicht war, das Virus abzuschaffen, sondern seine Ausbreitung zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht? Und dass die gute Nachricht von freien Intensiv-Betten in den Kliniken nur bedeutet, dass ich, falls es mich heftig treffen sollte, gute Chancen habe, eins der Betten zu kriegen?

Wo informieren wir uns, wem hören wir zu, auf welcher Grundlage treffen wir unsere Entscheidungen?

Wie geben wir dem Begriff "Verantwortung" in unserem täglichen Leben Ausdruck?

Ich frage. Traurig und besorgt.

 

Samstag, 2. Mai 2020

John O'Donohue: This is the Time. Dies ist die Zeit.


This is the time to be slow.
Lie low to the wall
until the bitter weather passes.

Try, as best as you can, not to let
the wire brush of doubt
scrape from your heart
all sense of yourself
and your hesitant light.

If you remain generous,
time will come good;
and you will find your feet
again on fresh pastures of promise,
where the air will be kind
and blushed with beginning.

John O'Donohue

Dies ist die Zeit, langsam zu sein.
Lege dich an den Fuß der Mauer
bis das raue Wetter vorüber ist.

Lass nicht zu
dass die Drahtbürste des Zweifels
dein Gefühl für dich selbst
und dein zögerliches Licht
von deinem Herzen kratzt.

Wenn du großzügig bleibst
wird die Zeit gut werden
und deine Füße werden sich wiederfinden
auf frischen Weiden der Verheißung
wo die Luft freundlich sein wird
und rosig von Anfang.

John O'Donohue

Übersetzung: Margrit Irgang

Dienstag, 28. April 2020

Frau Irgang kocht: Nudeln asiatisch mit grünem Spargel


Einkaufen im Supermarkt in Zeiten von Corona macht keine Freude. Maske übers Gesicht fummeln, den letzten Einkaufswagen ergattern (die meisten tragen Einweghandschuhe, wo kriege ich die jetzt her?), Hände desinfizieren (was tummelt sich eigentlich unsichtbar auf dem Griff des Einkaufswagens?) und im Eilschritt mühsam atmend vorbei an den bulligen Security-Männern und dem Schild "Bitte kaufen Sie zügig ein und halten Sie sich im Markt nicht länger als nötig auf". 

Nötig wäre: Mich inspirieren zu lassen vom Gemüse-Angebot, überraschende Knollen und Blätter zu entdecken, die letzte Woche noch nicht da waren, im Kopf den Speiseplan über den Haufen zu werfen und neue Ideen zu entwickeln. Die neuen Ideen verlangen dann natürlich nach Ergänzungen, die nicht auf dem vorbereiteten Zettel stehen: Nüsse und Samen, Gewürze, vielleicht einen ganz bestimmten Käse. Nötig wäre: Sich Zeit lassen. Sich erfreuen an Farben, Gerüchen, Möglichkeiten.

Die Antwort auf das Beschaffungselend heißt nicht Pizza-Service. Sie heißt: Kochen aus dem Vorratsschrank mit frischer Ergänzung. Für mein Pasta-Gericht braucht man sich auf dem Wochenmarkt nur einen Bund grünen Spargel und einen Bund Frühlingszwiebeln zu greifen. Der Rest ist, so oder ähnlich, im Haus. Wer einen Wok hat, darf ihn einsetzen. Ich arbeite mit sparsamen Mitteln und mache es in der beschichteten Pfanne.

Und: Das Rezept ist einfach und gelingt jedem Kochanfänger.

Für 2 Personen:

Lieblingspasta al dente kochen. Währenddessen erst einmal eine Handvoll gehackter Cashew-Kerne in der trockenen Pfanne anrösten. Beiseite stellen. In derselben Pfanne in Sesamöl, Nussöl oder Rapsöl einen Bund Frühlingszwiebeln, in feine Röllchen geschnitten, mit ca. 6 cm feingehacktem Ingwer kurz anbraten. Einen Bund grüner Spargel, in 1 cm breite Stücke geschnitten, wenige Minuten mitbraten (soll bissfest bleiben). Wenn zu hart, 2-3 EL vom Nudelwasser dazugeben. 1 Prise Chiliflocken, abgeriebene Schale und Saft von einer Bio-Limette (oder einer halben Zitrone) dazugeben, mit 1-2 EL Ahornsirup und 1-2 EL Sojasauce ablöschen (je nach Geschmack, ich hab's gern üppig). Eine Handvoll Minze hacken und einrühren. Das Gemüse über die Pasta geben, mit den Cashew-Kernen bestreuen.

Wenn kein Ahornsirup im Haus ist: Honig oder Agavensirup. Ersatz für Cashew-Kerne: jede Art Nuss oder Mandeln.

oishii    (japanisch: lecker)


Erinnerung an eine versunkene Zeit: April 2019, Dinner in Nagano

 

Samstag, 25. April 2020

Das eingesperrte Lächeln


Gestern in meinem Bioladen auf dem Land, in dem ich gerne einkaufe. Er hat nicht so eine riesige Auswahl wie die Märkte in der Stadt, aber ich bekomme dort alles, was ich brauche. Ich gehe dort hin, weil die Atmosphäre so nett ist. In einem Gang ließ mich eine junge Frau weiträumig vorbei, ich dankte mit einem Lächeln. Am Gemüsestand wartete ein Mann geduldig hinter mir, bis ich mich bedient hatte. So aufmerksam. Ich lächelte ihm zu. Draußen warteten in einer Schlange schon weitere Kunden auf meinen Einkaufswagen. Die glückliche Kundin, die ihn bekam, dankte mir. Ich lächelte ihr zu.

Als ich im Wagen die Maske wieder abnahm, wurde mir bestürzt klar: Niemand hatte mein Lächeln gesehen.

Ich habe eine japanische Seele. Händeschütteln ist für mich ein übergriffiger, geradezu brutaler Akt. Aber weil man in Deutschland wie ein Nerd angesehen wird, wenn man sich asiatisch-meditativ verbeugt, lächle ich. Auf der Straße, einfach so, wenn Passanten grüßen oder auch nicht: Ich lächle.

Jetzt hat ein Gesetz mir in wichtigen Situationen das Lächeln genommen. Es lebt weiter, aber hinter dem Vorhang. Es darf nicht raus, kommt nicht mehr dort an, wo es hinwill. Wo es vielleicht gebraucht wird. Vielleicht jemandem den Tag erhellen würde für zwei Sekunden.

Sie haben mein Lächeln eingesperrt.



Donnerstag, 23. April 2020

Welttag des Buches


Vor lauter Corona hätte ich fast den Welttag des Buches vergessen! Einer Profi-Leserin darf das doch gar nicht passieren. Wie gut, dass ich gestern Abend beschlossen habe, bis auf Weiteres nichts mehr zu schreiben, das irgendwie mit Viren zu tun hat. Auch den letzten Post mit meinen hübschen Masken habe ich erst mal auf Entwurf zurückgesetzt. Zeit für Bücher! Ich habe mal schnell zwei aus dem Regal gezogen, die ich sehr empfehlen kann.

Cees Nooteboom "Allerseelen", aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen, Suhrkamp. Der junge Niederländer Arthur Daane trauert um seine Frau und sein Kind, die er bei einem Unglück verloren hat. Er streift durch das winterliche Berlin der Neunzigerjahre und lernt eine Gruppe von Menschen kennen, die seine Freunde werden. Ein anspruchsvoller Roman mit wunderbaren Dialogen - der beste von Nooteboom, obwohl ich alle seine Bücher mag.

Philippe Grimbert "Ein Geheimnis", aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller, Suhrkamp. Der kleine Philippe ist nicht der tatkräftige zupackende Junge, den seine Eltern sich wünschen. Er ist fünfzehn, als eine Freundin der Familie ihm ein Geheimnis enthüllt: Die Grimberts sind Juden. Philippe Grimbert wurde Psychoanalytiker und macht sich auf die Suche nach der verdrängten Vergangenheit seiner Familie.

Und ein besonderes Buch, sein Alterswerk, poetisch und nachdenklich: Philippe Jaccottet "Die wenigen Geräusche", aus dem Französischen von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz, Hanser Verlag. Meine Besprechung in SWR 2 Lesenswert hier (klick)

Kontaktsperre? Kein Problem. Wir haben doch Bücher!


Sonntag, 19. April 2020

Allein und doch nicht einsam


Ich gehöre zu denen, die das Alleinsein nie lernen mussten. Schon als Kind floh ich, wenn Besuch da war, in eine stille Ecke, um mich mit meinen verzauberten Schwestern zu unterhalten, die für andere nichts weiter waren als die Stöckelschuhe meiner Mutter. Mit fünf Jahren wurde das "arme Einzelkind" in den Kindergarten gebracht. Um es kurz zu machen: Es war eine Katastrophe. Die anderen Kinder tobten und bewarfen einander mit Bauklötzen. Ich hätte gern von meinen verzauberten Schwestern erzählt, aber niemand wollte es hören. Der Versuch, das Kind mit der Anwesenheit anderer Kinder zu erfreuen, wurde nie wiederholt.

Meine Lieblings-Schriftsteller lieben alle das Alleinsein. Wahrscheinlich sind sie deshalb auch meine Lieblings-Schriftsteller.


"Ein Wochenende ohne Reden, sogleich in tiefes sicheres Bücherlesen versunken, und dann Schlaf: klar, durchsichtig: und der ganze Garten grüne Tunnels, Wälle von Grün: und dann erwachen in den heißen stillen Tag, und nie ein Mensch zu sehen, nie eine Störung." VIRGINIA WOOLF

"Zweieinhalb Tage war ich allein, und schon bin ich, wenn auch nicht verwandelt, so doch auf dem Wege. Das Alleinsein hat eine Kraft über mich, die nie versagt. Mein Inneres löst sich und ist bereit, Tieferes hervorzulassen. Eine kleine Ordnung meines Inneren fängt an, sich herzustellen, und nichts brauche ich mehr." FRANZ KAFKA


"In-sich-Gehen und stundenlang niemandem begegnen - das muss man erreichen können. Einsam sein, wie man als Kind einsam war, als die Erwachsenen umhergingen, mit Dingen verflochten, die wichtig und groß schienen, weil die Großen so geschäftig aussahen und weil man von ihrem Tun nichts begriff." RAINER MARIA RILKE

"Der Wind lief durch die sich beugenden braunen Gräser und rührte die Wipfel der grünen Bäume. Ich blickte auf die dunkle Masse der Wälder jenseits der Brennerei, auf jene Hügel im Süden von uns, und es wurde mir klar, dass ich unter Menschen einsam bin, wenn ich aber allein bin, so bin ich nicht mehr einsam." THOMAS MERTON


"Diese Freude, allein zu sein: Was ist das? Ich fühle mich so fröhlich, ruhig und friedlich - das ganze Haus scheint aufzuatmen. Das Mittagessen ist fertig. Ich habe ein gebratenes Ei, Aprikosen und Sahne, Käsesticks und schwarzen Kaffee. Wie köstlich! Der Kater bekommt einen Löffel Rahm - dann versteckt er sich unter den Sofafransen und streckt ein Pfötchen aus nach meinem Finger. Es ist niemand im Haus - und doch - woher kommt das Flüstern? Winzige Goldflecken auf den Treppenstufen - winzige Fußspuren ..." KATHERINE MANSFIELD

Dies ist ein kurzer Auszug aus meinem Feature "Allein und doch nicht einsam" für SWR 2, das leider nicht mehr in der Mediathek steht.

Vielleicht gerade jetzt wichtig: Ein schönes Buch über die Stille: hier (klick)
Mehr über Introvertierte und Hochsensible: hier (klick)