Montag, 21. März 2016

Was der Tod für das Leben lehrt


"Bei dem mongolischen Tuwa-Schamanen und Schriftsteller Galsan Tschinag habe ich gelesen: 'Leben ist die andere Form des Todes'.

Wie würde es sich anfühlen, das Leben vom Tod her zu denken? Nicht das Leben absolut zu setzen und den Tod als sein gefürchtetes Ende zu sehen, sondern den Tod als Meister, der das Leben in seiner Hand hält? Mein Leben. Jedermanns Leben. In jedem einzelnen Augenblick. Würde es meinen Blick verändern? Mein Lebensgefühl? Mein Denken, meinen Tagesablauf, meine Arbeit, meine Beziehungen zu Menschen und Tieren?

Leben ist die andere Form des Todes. Das wurde mein Schlüsselsatz in jenem Winter. Wenn nicht der Tod als das außerordentliche, drohend über uns schwebende Ereignis angesehen wird, das uns dereinst erwartet, sondern das Leben als erstaunliche, auf überraschende Weise immer noch gelingende Erscheinungsform des Todes - wäre das nicht eine Revolution im Erleben, Denken und Fühlen? Ich hatte vorerst keine Ahnung, auf welche Weise ich diese neue Anschauung erproben und anwenden sollte, und noch viel weniger, wohin sie mich führen könnte. Aber es war wie im Prozess des Schreibens: Wenn ich einem stimmigen Gedanken auf der Spur bin, beginnt er in mir zu summen. Und dieser Satz summte. 

Ich würde seiner Spur folgen."

Wie ich dieser Spur folgte, können Sie lesen in: Margrit Irgang "Die Kostbarkeit des Augenblicks. Was der Tod für das Leben lehrt", Kreuz Verlag, ISBN 978-3-451-61303-6. Mehr darüber mit Klick auf das Cover des Buches in der Spalte auf der rechten Seite.

Mittwoch, 16. März 2016

Frau Irgang kocht: Linsen-Kokos-Suppe


Meine Lieblings-Suppe für alle Lebenslagen. Wärmt den Magen und die Sinne und ist ganz schnell zubereitet.

Zutaten:

150 g rote Linsen
1 große Karotte
1 kleine Stange Staudensellerie oder eine halbe Fenchelknolle
Ca. 2 cm Ingwer
1 Schalotte
1 große Knoblauchzehe
2 Tl Currypulver
Ca. 600 ml Gemüsebrühe (gern auch mehr für flüssigere Konsistenz)
400 ml Kokosmilch

Alle Gemüsezutaten würfeln. Die Schalotte mit Knoblauch, Ingwer und Curry kurz in Öl andünsten. Gewaschene Linsen, Sellerie/Fenchel und Karotte dazugeben und mit Gemüsebrühe und Kokosmilch ablöschen. Ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Alles pürieren. Einen Tl Honig einrühren, mit Cayennepfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken. Mit gerösteten Kokoschips anrichten.

Guten Appetit!

Montag, 7. März 2016

Thich Nhât Hanh: Die Qualität unserer Präsenz


"Manchmal tun wir eine Menge, ohne wirklich etwas zu tun. Viele Menschen arbeiten sehr viel. Andere scheinen viel zu meditieren, weil sie etliche Stunden am Tag mit Sitzmeditation verbringen, sie singen und rezitieren, verbrennen jede Menge Räucherwerk, doch verwandeln sie niemals ihre Wut, Enttäuschung und ihre Eifersucht. All unsere Handlungen entspringen der Qualität unseres Seins. Gehen wir mit der Haltung an die Dinge heran, dass wir etwas erreichen wollen, dass wir urteilen oder etwas haben wollen, dann wird alles - selbst die Meditation - davon geprägt sein. Die Qualität unserer Präsenz ist unser kostbarster Beitrag für die Welt."  Thich Nhât Hanh





Aus dem Buch Thich Nhât Hanh "Einfach sitzen", aus dem Englischen von Ursula Richard, O. W. Barth Verlag, ISBN 978-3-426-29248-8, 8,- €

Mittwoch, 2. März 2016

Künstler der Stille #3: Frederick Franck


"Let your eyes fall on whatever happens to be in front of you. It may be a plant or a bush or a tree, or perhaps just some grass. Close your eyes for the next five minutes ... Now open your eyes and focus on whatever you observed before - that plant or leaf or dandelion. Look it in the eye, until you feel it looking back at you. Feel that you are alone with it on Earth! That it is the most important thing in the universe, that it contains all the riddles of life and death. It does! You are no longer looking, you are SEEING ..."

Frederick Franck, born in Maastricht, The Netherlands, was a true Renaissance man. He had studied medicine and worked at Albert Schweitzer's hospital in Lambarene as a dental surgeon, before he followed the calling of his heart and became a painter, sculptor, and eventually author of more than 30 books. He was a catholic and a Zen student, his spiritual vision transcended every religion. In 1959, he began to create a sculpture garden adjacent to his home in Warwick, NY, which he called "Pacem in Terris". It is dedicated to Albert Schweitzer, Pope John XXIII and Daisetz Teitaro Suzuki. But to me his spirituality reveals itself best in his drawings. Delicate, subtle lines of breathtaking beauty show us the wonders of life in a single blade of grass, a wrinkle in an old face.

In his book "The Zen of Seeing" he says: "A non-creative environment is one that constantly bombards us, overloads our switchboard with noise, with agitation and visual stimuli. Once we can detach ourselves from all these distractions, find a way of 'inscape', of centering, the same environment becomes 'creative' again. SEEING/DRAWING is such a way of inscape from the overloaded switchboard. It establishes an island of silence, an oasis of undivided attention, an environment to recover in." And this: "That which draws in SEEING/DRAWING is that which I really am, but which I cannot possibly define and label. It simply defines itself by the way it draws. SEEING/DRAWING therefore is an impossible effort as long as the ego tries to force it. Once the ego lets go, it becomes effortless."


"Schau auf das, was gerade vor dir ist. Vielleicht eine Pflanze, ein Busch, ein Baum oder etwas Gras. Schließ deine Augen für fünf Minuten ... und jetzt öffne sie und schau das an, was du vorher gesehen hast, diese Pflanze, dieses Blatt oder diesen Löwenzahn. Schau ihm in die Augen, bis du spürst, es schaut zurück. Du hast das Gefühl, mit ihm ganz allein auf der Erde zu sein. Es ist das wichtigste Ding im Universum, es enthält alle Rätsel von Leben und Tod. Es enthält sie! Du schaust nicht länger, du SIEHST ..."

Frederick Franck, geboren in Maastricht, Niederlande, war ein wahrer Renaissance-Mensch. Er hatte Medizin studiert und am Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene als Kiefernchirurg gearbeitet, bevor er dem Ruf seine Herzens folgte, um Maler, Bildhauer und schließlich Autor von über 30 Büchern zu werden. Er war Katholik und Zen-Schüler, seine spirituelle Vision transzendierte jede Religion. Im Jahr 1959 begann er mit der Erschaffung eines Skulpturengartens neben seinem Haus in Warwick, NY, den er "Pacem in Terris" nannte. Der Garten ist Albert Schweitzer, Papst Johannes XXIII und Daisetz Teitaro Suzuki gewidmet. Aber ich finde, seine Spiritualität drückt sich am schönsten aus in seinen Zeichnungen. Zarte feine Striche von atemberaubender Schönheit zeigen uns die Wunder des Lebens in einem Grashalm, einer Falte in einem alten Gesicht.

In seinem Buch "The Zen of Seeing" sagt er: "Eine unschöpferische Umgebung bombardiert uns unablässig mit Lärm, Aufregung und visuellen Reizen. Wenn wir uns von diesen Ablenkungen zurückziehen können und einen Weg finden, uns in unserem Inneren zu zentrieren, wird dieselbe Umgebung wieder schöpferisch. SEHEN/ZEICHNEN ist eine Rückkehr von der Überlastung unserer Nervenbahnen ins Innere. Es erschafft eine Insel der Stille, eine Oase der ungeteilten Aufmerksamkeit, ein Umfeld, in dem wir uns erholen." Und: "Was beim SEHEN/ZEICHNEN zeichnet, ist das, was ich wirklich bin, was ich aber nicht definieren kann. Es definiert sich selbst durch die Weise, in der es zeichnet. SEHEN/ZEICHNEN ist unmöglich, solange das Ego versucht, es zu erzwingen. Sobald das Ego loslässt, wird es anstrengungslos."

Hier die Webseite www.frederickfranck.org 

Donnerstag, 11. Februar 2016

Der Glanz der Welt


"Eines Tages bügelte ich. Es war ein Sommernachmittag, das Fenster stand weit offen. Ich bügelte ein Taschentuch, das ich dreißig Jahre zuvor zur Konfirmation bekommen hatte. Es war weiß und hatte einen roten Rand mit weißen Tupfen; ein dünngewaschenes Taschentuch, an den Rändern ausgefranst. Irgendwo hupte ein Auto, Kinder riefen einander etwas zu; draußen der heiße Sommertag, drinnen ich und das heiße Bügeleisen, und da geschah es: Ich sah das Taschentuch. Ich sah es nach dreißig Jahren zum allerersten Mal. Es hatte einen Glanz, der mir den Atem nahm. Es war das Schönste, was ich je gesehen hatte.

Es war weiß und hatte einen roten Rand mit weißen Tupfen.

Thich Nhât Hanh sagt: 'Blitzartig leuchtet der Augenblick auf, um sogleich wieder zu verschwinden. Wir haben nicht wenig erreicht, wenn es uns in unserem Leben auch nur ein einziges Mal gelingt, wirklich zu sehen. Haben wir das einmal geschafft, so können wir Sehende bleiben. Die Frage ist nur, ob wir genügend Entschlossenheit und Eifer aufbringen.'

Ein tiefer Einblick in das, was ist, geschieht uns in dem Augenblick, in dem wir uns selbst vergessen. Wir vergessen, dass unser Rock nicht der neuesten Mode entspricht und unsere Haare gewaschen werden müssten. Wir sind weder mit unserer Vergangenheit noch mit der Zukunft beschäftigt, wir planen nichts, wir bedauern nichts. Es ist, als entstünde für den Bruchteil einer Sekunde ein Vakuum, ein Raum, in dem unser bewusstes Ego nicht anwesend ist. Der Tag ist heiß, das Ego macht ein Nickerchen, während wir (wer ist eigentlich dieses Wir?) tun, was wir zu tun haben. Bügeln vielleicht. Draußen hupt ein Auto, Kinder rufen einander etwas zu. Und da ... findet Sehen statt. Es ereignet sich, einfach so, in dem Vakuum, das entstanden ist. Das Leben spricht sich aus, unerwartet, ungerufen. Es überschüttet uns mit einem Glanz, der stärker ist als alles, was wir je erfahren haben. Der Träger des Glanzes ist ein Hund mit Flöhen. Ein Torbogen, in dem eine Katze schläft. Ein Taschentuch mit einem roten Rand und weißen Tupfen."

Aus: Margrit Irgang "Wunderbare Unvollkommenheit", Herder Verlag, ISBN 978-3-451-06740-2 (4. Auflage von "Zen-Buch der Lebenskunst")

Erhältlich bei der Buchhändlerin Ihres Vertrauens.
Mehr über das Buch mit Klick auf das Buch-Cover auf der rechten Seite.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Gott aber spielt

Ein Vogel aus Gottes Spielkiste beim Landeanflug. Photo credit: David Nyblack.

"Spiel braucht kein Ziel. Darum kann das Spielen immer weitergehen, solange die Spieler es für sinnvoll halten. Schließlich tanzen wir ja nicht, um irgendwo hinzukommen. Wir tanzen im Kreis. Eine Symphonie endet nicht, wenn sie ihren Zweck erfüllt hat. Genau genommen hat sie keinen Zweck. Es ist spielerische Sinnentfaltung, die sich in jedem ihrer Rhythmen, in jedem Satz und jedem Thema offenbart. Sinn zu feiern, darum geht es. Menzlers Kanon ist eine der großartigsten Überflüssigkeiten des Lebens. Wann immer ich ihm zuhöre, erkenne ich aufs neue, dass einige der überflüssigsten Dinge die notwendigsten für uns sind, weil sie unserem menschlichen Leben Sinn verleihen.

Diese Art von Erfahrung benötigen wir, um unsere Weltsicht zu korrigieren. Gar zu leicht neigen wir zu der Vorstellung, dass Gott diese Welt aus einem bestimmten Zweck erschuf. Wir sind dermaßen im Zweckdenken verfangen, dass wir uns sogar Gott als zweckgebunden vorstellen. Gott aber spielt. Die Vögel eines einzigen Baumes sind Beweis genug, dass Gott sich nicht mit einer göttlichen No-Nonsense-Haltung daran macht, eine Kreatur zu schaffen, die auf perfekte Weise den Zweck eines Vogels erfüllt. Was könnte dieser Zweck auch sein, frage ich mich. Es gibt Kohlmeisen, Schneefinken und Amseln, Sprechte, Rotkehlchen, Stare und Krähen. Der einzige Vogel, den Gott nie geschaffen hat, ist der No-Nonsense-Vogel. Öffnen wir unsere Augen und Herzen, dann sehen wir schnell, dass Gott ein spielerischer Gott ist, ein Gott der Muße."

David Steindl-Rast


Sonntag, 31. Januar 2016

Frau Irgang kocht: Pastinaken-Suppe mit Zimt-Birnen-Karamell


Zutaten für 2 Personen:

1 gewürfelte Schalotte
1 große mehlige Kartoffel
1 große Pastinake
1 kleine Knoblauchzehe
Gemüsebrühe
Zitronensaft
Salz/Pfeffer/Cayennepfeffer

1 geschälte gewürfelte Birne
1 Tl Zucker
1 Tl Zimt
Butter oder neutrales Öl

Zwiebel andünsten, grob gewürfelte Kartoffel und Pastinake dazugeben, mit Brühe (Menge nach Wunsch) ablöschen, ca. 15 Minuten köcheln lassen. Knoblauch hinzufügen, pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und ein wenig Zitronensaft abschmecken. Birne schälen und würfeln, mit Zucker und Zimt in einer Pfanne karamellisieren, ein wenig Butter hinzufügen. Birnenwürfel in die Suppe geben, mit Schlagsahne verfeinern. 

Guten Appetit!

Mittwoch, 27. Januar 2016

Künstler der Stille #2: Yahne le Toumelin

Foto: website von Yahne le Toumelin rireduciel.com

Wer kennt bei uns die Malerin Yahne le Toumelin? Allenfalls kennt man sie als die erste Ehefrau des französischen Philosophen Jean-Jacques Revel und als Mutter des bekannten buddhistischen Mönchs und Fotografen Matthieu Ricard, der auch Übersetzer des Dalai Lama ist. Dazu hat sie auch noch einen berühmten Vater, nämlich den Einhandsegler Jacques Yves le Toumelin. Doch sie selbst ist mindestens so interessant wie ihre Familie. Geboren wurde sie 1923, studierte an der Akademie in Paris und hatte 1957 ihre erste Solo-Ausstellung, die von André Breton eröffnet wurde. Zahlreiche weitere Ausstellungen folgten; 1969 schuf sie Bühnenbild und Kostüme für das Ballett "Les Vainqueurs" der Maurice Béjart Kompagnie. Aber dann folgte sie dem Weg ihres Sohnes, wurde tibetische Nonne und zog sich für 25 Jahre in den Himalaya zurück. Die buddhistische Praxis, sagte sie einmal, sei für sie eine Möglichkeit, "einfacher, natürlicher und transparenter zu werden" und dem inneren Ruf nach Offenheit und Freiheit zu folgen. Zur Zeit - heißt es auf ihrer Website mit dem schönen Namen "Rire du ciel" - "spielt Yahne le Toumelin weiter mit dem Licht im Périgord".


Who knows the painter Yahne le Toumelin? You may know her as the first wife of the philosopher Jean-Jacques Revel and as the mother of Matthieu Ricard, Buddhist monk, photographer, and translator of the Dalai Lama. Even her father - the solo yachtsman Yves le Toumelin - is famous, but she herself is at least as interesting as her family. Born in 1923, she studied at the Academy in Paris, and her first solo exhibition in 1957 was opened by André Breton. More exhibitions followed, and in 1969 she made the scenery and costumes for the ballet "Les Vainqueurs" by the Maurice Béjart Company. But the day came when she followed the way of her son. She became a Tibetan nun and lived in the Himalayas for 25 years. Buddhist practice, she once said, is a way for her to become simpler, more natural, more transparent and to follow the innate call for openness and freedom. On her website you can read: "At present Yahne le Toumelin continues playing with the light in the Périgord".

View the work of Yahne le Toumelin on her website www.rireduciel.com  
And here she speaks about her life and work, in French:



Freitag, 8. Januar 2016

Shape Of My Heart


2Cellos - Luka Sulic und Stjepan Hauser - mit einem Song von Sting, den ich nie schöner gehört habe: "Shape of my heart".

Montag, 4. Januar 2016

Künstler der Stille #1: Rupert Spira


Ich werde mich in diesem Jahr neben all meinen anderen Themen mit einer Serie befassen, die ich "Künstler der Stille" und "Künstlerin der Stille" nenne. Das sind Bildende Künstler, Dichterinnen, Komponisten, die auf den Urgrund des Seins lauschen und dieser Quelle erlauben, sich durch das von ihnen gewählte künstlerische Medium auszudrücken. Dieser Urgrund wird meist Bewusstsein oder Wahrheit genannt; ich möchte ihn einfach Stille nennen. Aus dieser Stille entstehen alle Formen, und alle Formen lösen sich irgendwann in diese Stille auf. Künstler, die dies erfahren oder auch nur erahnen, schaffen nicht aus der Begrenztheit und Willkür ihres Ichs heraus; sie sind Diener des Seins. Meine Liste umfasst zur Zeit zwölf Künstler, ich nehme aber auch gern Vorschläge entgegen.

***

Ich begegnete Rupert Spira zuerst als Non-Duality Lehrer in seinen Video-Vorträgen und bin immer wieder fasziniert von seiner klaren, fast schon wissenschaftlichen Art, das Sein zu erforschen. Später entdeckte ich seine Keramik, die von atemberaubender Schönheit ist. Jetzt erst wurde für mich ein Ganzes aus seiner Lehre: Sein manchmal in der Sprache etwas spröde klingendes Erforschen der Wahrheit fand seinen Ausdruck in Form von lichterfülltem Porzellan. Ich beginne meine Serie mit Rupert Spira, weil er Grundlegendes zu sagen hat zum Thema "Heilige Kunst".


"When any form vanishes, in the gaps in our flow of experience, consciousness becomes aware of itself even if for a moment, only to be temporarily veiled again a moment later by the next appearance. However, there are some forms whose inspiration, knowingly or unknowingly, comes direct from consciousness - that is from love, beauty, intelligence - and these objects have a particular capacity to reveal the space of consciousness out of which they arise and into which they vanish. Their purpose is to reveal their source not to obscure it, in just the same way that a good garment reveals rather than hides the body. These objects that come from consciousness unmediated by any self-imposed limitations could be said to be sacred art. They have the power to reveal the universality of consciousness, and it is in this capacity that their extraordinary potency lies. (...) I would say that the purpose of an artist is to reveal this presence of consciousness through the medium of the senses. So in this respect the artist has a special responsibility. A mystic's job is to explore the nature of reality, but more is required of the artist. He or she has to simultaneously make manifest the ongoing results of this enquiry in form. So the role of the artist is to provide a way that this presence can be approached and experienced through the senses."

"Wenn jede Form in den Lücken unseres Bewusstseinsstroms verschwindet, wird Bewusstsein seiner selbst gewahr, wenn auch nur für einen Moment, um im nächsten Moment wieder vorübergehend verschleiert zu werden von der nächsten Erscheinung. Es gibt jedoch Formen, die bewusst oder unbewusst direkt vom Bewusstsein inspiriert sind - also von Liebe, Schönheit, Intelligenz -, und diese Objekte können auf besondere Weise den Bewusstseinsraum enthüllen, aus dem sie entstehen und in den hinein sie wieder vergehen. Ihr Sinn ist, ihre Quelle zu offenbaren und nicht zu verdunkeln, wie auch ein gutes Kleidungsstück den Körper eher bewusst macht als versteckt. Solche Objekte, die ohne Vermittlung durch selbstauferlegte Begrenzungen direkt aus dem Bewusstsein kommen, kann man heilige Kunst nennen. Sie haben die Kraft, die Universalität des Bewusstseins zu zeigen, und in dieser Fähigkeit liegt ihre außerordentliche Wirkung. (...) Ich denke, die Aufgabe eines Künstlers ist es, diese Gegenwart des Bewusstseins durch das Medium der Sinne erfahrbar zu machen. So gesehen hat der Künstler eine besondere Verantwortung. Die Aufgabe des Mystikers ist es, die Natur der Wirklichkeit zu erforschen, aber vom Künstler wird mehr verlangt. Er oder sie muss gleichzeitig die Resultate der Erforschung in Form bringen. Die Rolle des Künstlers ist es also, Möglichkeiten für die Sinne zu erschaffen, sich dieser Gegenwart zu nähern und sie zu erfahren."

Hier ist die Website von Rupert Spira, des Künstlers wie des Lehrers.