Montag, 21. März 2016

Was der Tod für das Leben lehrt


"Bei dem mongolischen Tuwa-Schamanen und Schriftsteller Galsan Tschinag habe ich gelesen: 'Leben ist die andere Form des Todes'.

Wie würde es sich anfühlen, das Leben vom Tod her zu denken? Nicht das Leben absolut zu setzen und den Tod als sein gefürchtetes Ende zu sehen, sondern den Tod als Meister, der das Leben in seiner Hand hält? Mein Leben. Jedermanns Leben. In jedem einzelnen Augenblick. Würde es meinen Blick verändern? Mein Lebensgefühl? Mein Denken, meinen Tagesablauf, meine Arbeit, meine Beziehungen zu Menschen und Tieren?

Leben ist die andere Form des Todes. Das wurde mein Schlüsselsatz in jenem Winter. Wenn nicht der Tod als das außerordentliche, drohend über uns schwebende Ereignis angesehen wird, das uns dereinst erwartet, sondern das Leben als erstaunliche, auf überraschende Weise immer noch gelingende Erscheinungsform des Todes - wäre das nicht eine Revolution im Erleben, Denken und Fühlen? Ich hatte vorerst keine Ahnung, auf welche Weise ich diese neue Anschauung erproben und anwenden sollte, und noch viel weniger, wohin sie mich führen könnte. Aber es war wie im Prozess des Schreibens: Wenn ich einem stimmigen Gedanken auf der Spur bin, beginnt er in mir zu summen. Und dieser Satz summte. 

Ich würde seiner Spur folgen."

Wie ich dieser Spur folgte, können Sie lesen in: Margrit Irgang "Die Kostbarkeit des Augenblicks. Was der Tod für das Leben lehrt", Kreuz Verlag, ISBN 978-3-451-61303-6. Mehr darüber mit Klick auf das Cover des Buches in der Spalte auf der rechten Seite.

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