Sonntag, 24. November 2019

Arvo Pärt "Cantus"


Schwebende Musik
für diesen Sonntag, den wir "Totensonntag" nennen.

Genießt die Ruhe und Stille dieser Zeit.

Bald wird es glitzern und gleißen, klingeln und bimmeln. Bald wird man uns mit Vorschlägen für Weihnachtsgeschenke überschütten, die eigentlich niemand braucht.

Wann ist der Dezember der unruhigste, lauteste, grellste Monat des Jahres geworden?

In 30 Tagen aber wird sich die Sonne wenden und langsam aus ihrem tiefsten Punkt herausarbeiten. Und am selben Tag wird es still werden.

Für eine kleine Weile.
 

Sonntag, 17. November 2019

Nur dies (Winter's Watch)


Die Zeit der Stille und der Dunkelheit hat begonnen. Morgens liegt der Nebel wie ein weiches wollenes Tuch über dem Garten. Die Äste der von den Blättern befreiten Bäume stehen schwarz und präzise vor dem Himmel; die Kalligrafie einer Sprache, die uns rätselhaft bleibt. Die Natur zieht sich in sich selbst zurück. Sie hat alles verschenkt, was sie besaß, und wir haben es genommen. Gedankenlos. Als stünde es uns zu.

Jetzt ist die Zeit der Einfachheit gekommen. Wir müssen unsere Sinne neu einstellen,  uns tiefer über die Dinge beugen, sie genauer und länger betrachten. Wir müssen aufmerksamer lauschen auf die spärlichen Laute der Wesen, die hin und wieder durch den Nebel dringen und uns versichern, dass dort draußen Leben ist, das sich nur ausruht, um neue Kraft zu sammeln.


Wir lernen zu sehen: Nur dies. Mehr ist nicht nötig. Die Dinge kommen als Einzelne. Sie wollen, wie wir auch, als Einzelne und Besondere wahrgenommen werden. Sie leben, sie wurzeln tief, sie werden den Winter überleben. Auch wir leben, wurzeln tief. Jetzt ist nicht die Zeit, Wurzeln auszureißen, Neues zu pflanzen. Jetzt ist die Zeit, unsere Wurzeln zu spüren, zu wärmen, zu schützen. Die Zeit der Veränderung wird da sein, wenn das Licht wieder morgens über den Hügel steigt, und das Licht wird kommen, wie es jedes Jahr kommt. Jetzt ist die Zeit, die Liebe zu Stille und Dunkelheit zu entdecken. Eine Liebe, die Wurzeln schlagen wird in uns und uns stark machen wird.


Ich möchte Euch mit der amerikanischen Sängerin und Fotografin Alexandra de Steiguer bekannt machen. Seit zwanzig Jahren lebt sie allein von November bis April als Winterwächterin auf Star Island, einer nur im Sommer von Touristen besuchten Insel vor New Hampshire. Der 14minütige Dokumentarfilm über ihr Leben dort feiert die Stille, die Dunkelheit und das Alleinsein.

Die schönen Fotografien von Alexandra findet Ihr hier (klick). Ihre Musik, die ich sehr mag, hier (klick). 

Dienstag, 12. November 2019

Absichtslosigkeit



Ich ging auf meiner Straße so für mich hin. Ich bin nicht Goethe im Wald, meine Straße ist eine ganz gewöhnliche Vorortstraße, die Häuser sind aus den Siebzigern, nun ja, dort suche ich nichts, weil ich nicht erwarte, irgendwas zu finden. Und dann ein kleiner Wind, ein Huschen, ein grünes Getrudel ...

Warum ich das Zen so liebe? Weil es seine Schüler anweist, absichtslos zu sein. Nichts zu suchen, nichts zu erwarten, eine große innere Weite herzustellen, einen vorsprachlichen Raum der reinen Wahrnehmung, einen Raum, in dem nur gespürt, gehört, gesehen wird. Ein Raum, in den alles hineintrudeln darf, was ein kleiner Wind gerade so mit sich trägt. Und es wird gesehen. Bestaunt. Gewürdigt. Gefeiert.

Was Grünes an einem grauen Tag auf dem grauen Asphalt.

Dies also ist mein Bild des Tages mit dem Titel "Warum ich das Zen liebe".


Dienstag, 5. November 2019

Hörst du ihn?


Tag und Nacht

Musik. Ein feiner, heller

Rohrflötenklang. Wenn er verklingt,

verklingen wir.

Rumi

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Attimi. Momente.


 Non si ridordano i giorni,
si ricordano gli attimi.

Cesare Pavese

Man erinnert sich nicht an die Tage,
man erinnert sich an die Momente.



Wenn ich mich wieder einmal von meinen Pflichten überwältigt fühle und der alte Wunsch aus Kindertagen zwingend wird, auf und davon zu gehen, in die aufgehende Sonne hinein zu fahren und frei zu sein, ungebunden, ohne jemanden im Hintergrund, der etwas von mir verlangt und erwartet - dann besinne ich mich auf den einzigen Ort, den es gibt, für den ich nicht reisen muss, der mich immer erwartet, weil er immer schon da ist: das Hier.



Ich besinne mich auf die einzige Zeit, die es gibt: das Jetzt, das auch dort, wo die Sonne aufgeht, wo meine Sehnsucht mich hinführen möchte, immer nur das Jetzt wäre. 



Ich besinne mich auf die eine Fähigkeit, die mich in das Hier und Jetzt zurückführt und mir immer und überall zur Verfügung steht: Mein Sehen, mein Hören, mein Fühlen, mein Schmecken. Meine Wahrnehmung dieses Augenblicks und seiner Einzigartigkeit. Und ich bin da, in diesem genau richtigen Moment, um wahrzunehmen, was im nächsten Moment verschwunden sein wird. Bewegung, Zuneigung, Geheimnis, Licht.

Ich bin in die Welt zurückgekehrt.


Mittwoch, 23. Oktober 2019

Ein Morgen im Supermarkt



"Am Zeitungsstand im Supermarkt stehen die Leser bei ihrer kostenlosen Morgenlektüre. Auch der kleine dunkelhäutige Junge ist da, dem ich seit Kurzem öfter begegne; er blättert in einem Comicheft. Die Frau, die zu ihm gehört, liest eine der bunten Illustrierten. Sie ist etwa Ende sechzig und trägt an diesem Morgen Schnürschuhe mit Profilsohlen, eine dicke braune Hose, darüber ein dickes graues Kleid und einen schwarzbraunen Mantel. Der Junge ist ein Sonnenschein, der durch das Viertel läuft und den Menschen zulächelt, als habe er nicht einmal die Hälfte der deutschen Mentalität geerbt. Ich lungere in der Kosmetikabteilung herum, um mich von dem Kind noch ein wenig bescheinen zu lassen.

Jetzt sieht der Kleine, der auf dem Boden kniet, hinauf zu der Frau. Von seinem Blickwinkel aus sieht er zweifellos kein Gesicht, sondern eine Illustrierte mit Beinen. Das scheint ihm nicht zu genügen, schmeichelnd fragt er: "Oma?" Die Frau überfliegt mit gierigen Augen die Affären der Prominenz; mehr als zehn Minuten kann sie das anständigerweise nicht tun, sonst muss sie die Zeitschrift kaufen. "Oma", sagt der Junge, "ich möchte dir was sagen." Die Frau blättert. "Oma", sagt das Kind, "ich hab dich lieb."

Die Frau gibt einen routiniert klingenden Laut von sich, ein seit Jahrhunderten bewährtes Hmm, das aufdringliche Kinder abwimmelt, ohne dass man sich ihnen widmen müsste. Etwas aber muss durch das Papier gesickert sein, eine Energie, die sich zwischen Scheidungsgerüchten, Seitensprüngen und Todesfällen hindurchschlängelt und bemerkt werden will. Verwirrt hält sie im Lesen inne und schaut sich um auf der Suche nach dem, was da in ihr Leben gekommen ist. Unter ihr wendet das Kind sich befriedigt wieder dem Comic zu. Es hat gesagt, was es zu sagen hatte. Die Frau sieht ratlos die Illustrierte an, als könne sie des Rätsels Lösung in den Seiten finden. Dann schlägt sie enttäuscht die Zeitschrift zu und stellt sie ins Regal.

Die Welt ist voll von nicht empfangenen Liebeserklärungen."

Aus: Margrit Irgang "Leuchtende Stille, Herder Verlag

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Mono no aware: die Schönheit des Vergänglichen


Japan im April: Unter den Kirschbäumen in allen Parks, an allen Flussufern sitzen Japaner auf ausgebreiteten Decken, umgeben von Schüsselchen mit Speisen, und feiern die Kirschblüten. Es regnet? Kein Problem, man spannt den durchsichtigen Plastikschirm auf, der die Blüten dem Blick nicht entzieht. Die Kirschblüte ist so kurz; sie ist vergänglich, und alles Vergängliche ist kostbar. Es will wahrgenommen, angestaunt, gefeiert und im Herzen bewahrt werden, wenn  man von ihm Abschied nehmen muss.

Mono no aware ist ein Begriff aus der Literatur der Heian-Zeit und wurde im 18. Jahrhundert vom Gelehrten Motoori Norinaga als Teil seiner Lehre bekannt. Der Begriff ist vielschichtig und für westliche Menschen nicht leicht zu verstehen. Kurz gesagt bedeutet er das Bewusstsein der Vergänglichkeit alles Lebendigen und die Fähigkeit, seine Schönheit zu feiern, bevor sie stirbt.

Wir haben im westlichen Empfinden und deshalb in unserer Kultur nichts Vergleichbares. Unsere Melancholie ist eindimensional: sie ist dunkel, das Gemüt beschwerend, ist Traurigkeit und Trauern ohne das Leuchten, das in mono no aware aufscheint. Das Bewusstsein der Vergänglichkeit ist in beiden Zuständen enthalten, aber in mono no aware schwingt immer die Freude mit, das so bald schon Sterbende auf dem Höhepunkt seiner Lebendigkeit sehen und wertschätzen zu dürfen.

Für Japaner ist Schönheit und die Freude an ihr untrennbar an die Vergänglichkeit gebunden. Gerade weil etwas nicht unsterblich ist, wird es für den Japaner kostbar. Noch trägt der Baum sein volles Laub, noch überzieht der Winter nicht das Land mit Kälte. Noch ist die Mutter nicht gestorben, noch habe ich, obwohl schon alt, die Kraft, einen Berg zu besteigen.

mono no aware ruft uns zu: Sei aufmerksam, verpasse das Leben nicht - die Bäume in voller Blüte, die verspielte Kindheit deiner bald schon erwachsenen Kinder, die kostbaren letzten Gespräche mit dem alten Vater. Und vergiss nicht: die Flüchtigkeit alles Seienden ist kein Grund für dunkle Schwere des Gemüts. mono no aware trägt bei aller Wehmut eine leise Freude in sich, in mono no aware leuchtet ein kleines Licht.

Und leuchtet weiter, wenn all das, was du gefeiert hast, vergangen ist.


Freitag, 4. Oktober 2019

Hinter Gittern



Hinter Gittern. Dornspitzen oben, kein Abflug möglich.
Ohnehin schon erstarrt, zu anderer Materie verfestigt,
ein Abbild von Lebendigkeit.
Der Himmel als Spiegelbild, unerreichbar.

Ein Zufallsfund in einem Dorf, irgendwo.
Mein Auge nahm Farben und Formen wahr,
Schattenspiele. Ein sonniger Tag.

Später, die Teetasse auf dem Schreibtisch,
das Bild auf siebzehn Zoll vergrößert,
entdeckte ich die Frage, die ich übersehen hatte:

Hockt hier mein Geist, gefangen in
Irrtum, Meinung, Urteil,
in allem, was er zu wissen glaubt,
verstanden zu haben meint?


Freitag, 13. September 2019

Nachmittage im Spätsommer


Sie erscheinen lautlos zwischen den Zweigen. Im Bug ein Picknickkorb, ein Hund. Der Schatten ist kühler jetzt, die Farben sind gedämpfter. Die Seitenarme des Rheins sind leer und still. Die lärmenden Sommermenschen sind gegangen, jetzt kommen die leisen Herbstmenschen. In wortlosem Gleichmaß tauchen die beiden die Ruder ins Wasser. Der Hund, der ein Herbsthund ist, kontempliert die Landschaft. Sie gleiten grußlos vorüber. Zurück bleibt ein Bild in den Farben alter flämischer Meister.
 

Schnell noch einmal die Schwalben begrüßen. Sie haben viel zu bereden. Müssen prüfen, ob alle Flügel noch funktionieren, so kurz vor der Abreise in den Süden. Aber jetzt bleiben wir noch ein wenig, sagen sie. "Ja, bitte", rufe ich, "bleibt noch ein wenig!"


Noch einmal den schönen Weg durch die Weinberge gehen. Die Reben hängen schwer an den Stöcken; in der Ferne verschwimmen die Vogesen im Spätsommerdunst. Rast auf dem höchsten Punkt, an dem Tisch, der im Sommer um diese Zeit unter der Sonne nach warmem altem Holz geduftet hat. Jetzt liegt Schatten auf ihm. Im Rucksack der Herbst: Weinbergpfirsiche, Trauben, Zwetschgen. 

Spätsommer: gestundete Zeit zwischen Noch und Schon.


Donnerstag, 5. September 2019

Introvertiert und hochsensibel in einer lauten Welt


Ich habe mich hier ja schon öfter als hochsensibel "geoutet", und wie die meisten Hochsensiblen bin ich auch introvertiert. Diese beiden Persönlichkeitsmerkmale fließen ineinander, ähneln einander sehr, und eigentlich muss man sie nicht unbedingt auseinanderhalten. Dennoch eine kurze Klärung der Begriffe. Carl Gustav Jung unterschied zwischen zwei gegensätzlichen Einstellungstypen: Der Extravertierte richtet seine Energie und Lebenskraft nach außen und wirft sich ins Leben; der Introvertierte richtet sie nach innen, auf Gedanken und Gefühle. Es gibt aber nicht "den" typischen Introvertierten oder Extravertierten, denn nach Jung besitzt jede und jeder von uns außerdem vier Funktionstypen: Denken, Fühlen, Empfinden und Intuition. Jeder Funktionstyp kann in unterschiedlichem Maß extravertiert oder introvertiert ausgebildet sein, und so ergeben sich viele individuelle Ausprägungen in jedem Menschen.

Hochsensible dagegen haben ein Nervensystem, das Reize schneller und intensiver überträgt. Sie sind enorm beeinträchtigt von Lärm und Gerüchen, können Menschenmengen schwer ertragen, brauchen viel Alleinsein, Ruhe und Stille, um ihr schnell überreiztes Nervensystem zu beruhigen. Hochsensible haben mehr Autoimmunkrankheiten, Allergien und Nervenleiden als der Durchschnitt, und wenn sie sich beruflich oder privat überfordern, geraten sie schneller als andere in einen Burnout. Und die Grausamkeiten der Welt gehen geht ihnen buchstäblich "unter die Haut".

In der Summe ergibt das also eine Persönlichkeit, die von, sage ich jetzt mal, "normalen" Menschen abwechselnd als Prinzessin auf der Erbse, Eigenbrötlerin, Menschenfeind oder Hypochonder angesehen wird. Und da ich aus vielen Briefen und Gesprächen weiß, wievielen meiner Leserinnen und Lesern (doch, auch Männern!) es genauso geht, schaue ich hier mal drei populäre Missverständnisse näher an. Vielleicht möchte ja der eine oder andere nicht-hochsensible Extravertierte uns daraufhin gern ein wenig näher kennenlernen? Es lohnt sich ...



Missverständnis Nr. 1: Du musst mehr aus dir rausgehen. Ich bin die, die man auf Geburtstagsfesten in der Küche findet. Dort schneide ich das Brot auf, rühre die Suppe um und hoffe, erst dann das Wohnzimmer betreten zu müssen, wenn alle kauen und der Lärmpegel sich gelegt hat. Dann stelle ich mich mit meinem Teller zu den zwei, drei Gästen, die ich kenne (mehr sind es garantiert nicht), und frage vermutlich, ob sie das neue Buch von Autor XY gelesen und diesen fabelhaften Arthouse-Film gesehen haben, der leider nicht mehr läuft. Introvertierte Hochsensible können keinen Smalltalk, er kostet sie mehr Energie, als sie haben. Mit meinem Gesprächsangebot über etwas, das nicht an der Oberfläche bleibt, bin ich schon enorm "aus mir rausgegangen". Wenn dann keine Resonanz kommt, gehe ich mit meinem Teller still wieder rein: In die Küche. Und in mich selbst.

Missverständnis Nr. 2: Du bist doch einsam. Einsamkeit macht neurotisch. Definition von Einsamkeit einer Introvertierten: Inmitten einer laut miteinander redenden Menschenmenge zu stehen und keinen zu kennen. Definition von Alleinsein: Es ist still, ich darf schweigen, meine Gedanken dürfen schweifen, die Sinne sich öffnen. Ich kenne Hochsensible und Introvertierte, die eine Woche lang schweigen können und dabei restlos glücklich sind. (Solche kommen gern in meine Schweige-Seminare.) Bei den wohldosierten Begegnungen mit der äußeren Welt nehmen sie gleich so viele Details auf, dass sie sich nach kurzer Zeit zurückziehen müssen, um das sinnlich Erlebte zu verarbeiten. Das alles geht dann in die Schatzkammer ihrer inneren Welt ein, die sie, wenn sie allein sind, mit so viel Anregung für ihr Denken, so vielen Gefühlen versorgt, dass für Einsamkeit im Alleinsein gar kein Platz ist.


 
Missverständnis Nr. 3: Dir sind die Menschen anscheinend egal.  Wenn Hochsensible und Introvertierte jemandem zuhören, sind sie ganz Ohr, ganz Auge. Dann entgeht ihnen nicht das kleine Zucken am Augenlid, das kurze Zögern vor einer Bemerkung (ist er sich nicht sicher über sein Urteil, lügt er gerade, will er etwas verbergen?). Sich mit uns zu unterhalten, hat Folgen: Wir hören auch das Ungesagte. Wir wissen mehr über unseren Gesprächspartner, als dieser sich träumen lässt (und enthüllen wollte). Ich bin eigentlich ständig damit befasst, über die Menschen nachzudenken, die mir nahe sind. Ich begleite sie in Gedanken, frage mich, ob ich sie richtig verstanden habe, ob mein Rat - falls ein solcher erfragt wurde - auch hilfreich war. Wenn ich in der Nacht aufwache, ist mein erster Gedanke der an jemanden, den ich kenne. Ich hoffe, dass es ihm oder ihr gutgeht. Dass er oder sie glücklich ist. Niemand ist so leidenschaftlich an Menschen interessiert wie ein Hochsensibler oder Introvertierter.

Da stehen wir mit riesigen Blumensträußen in unseren Herzen, bereit, sie zu verschenken. Aber das werden wir - ich weiß, wie vielen es genauso geht - niemals zu erkennen geben. Eine Zurückweisung würde uns verstören. Wir sind sehr harmoniebedürftig - und sehr höflich. Wir wollen nicht falsch verstanden werden. Niemand soll sich von uns durchschaut fühlen, bedrängt, gar entblößt. Wir wissen so viel über andere - aber das werden die anderen nur erfahren, wenn sie uns ausdrücklich dazu auffordern. Was sie nicht tun werden. Sie sind ja der Meinung, dass uns Menschen egal sind.

Ein paar Tipps zum Hören und Lesen:

Margrit Irgang "Reizüberflutet. Hochsensible und ihr Alltag", SWR 2015, hier der Link zur Sendung:  https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/Hochsensible-und-ihr-Alltag-Reizueberflutet,aexavarticle-swr-46860.html

Elaine Aron "Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen", mvg Verlag

Andrea Brackmann "Jenseits der Norm - hochbegabt und hochsensibel?", Klett Cotta Verlag

Susan Cain "Still. Die Kraft der Introvertierten", Goldmann Verlag

Webseite des Informations- und Forschungsverbunds Hochsensibilität:  www.hochsensibel.org