Montag, 22. Juni 2026

Ach, der "Literaturbetrieb"

 

 

Früher habe ich Erzählungen, Gedichte und einen Roman geschrieben. Ein "Kinderbuch" war auch dabei - war aber eigentlich keins, sondern eins für poetisch lebende Menschen. Wie kam es dazu, dass ich das alles jetzt nicht mehr schreibe, sondern Bücher über Zen und Spiritualität und Stille und so?

Es gibt die Literatur. Und es gibt den sogenannten "Literaturbetrieb". Die Schriftstellerin will nichts anderes als schreiben - Erfahrungen und Wahrnehmungen eine Sprache geben. Die so geformte Welt will sie aber anderen Menschen zur Verfügung stellen, das heißt: Sie will veröffentlichen. Jetzt kommt der Literaturbetrieb ins Spiel. Mit Lektoren und Verlagen, Rezensenten, Journalistinnen, Lesungen und Wettbewerben. Die Szene hat ihre eigenen Spielregeln, und wer nicht mitspielt, ist irgendwann schlicht und einfach als Autorin nicht mehr präsent. Ich - damals schon Zen-Praktizierende - konnte und wollte nicht mitspielen. Wer irgendwann das Ego mit seinen Inszenierungen als eine Illusion durchschaut hat, sitzt in solchen Momenten in irgendeiner Ecke und staunt, dass es echt noch Menschen gibt, die ihr eigenes Ego und das aller anderen so unglaublich ernst nehmen. 

In einem Satz: Das war nicht meine Welt. 

Wenn ihr euch für Literatur interessiert, wisst ihr sicher, was der Bachmannpreis ist: Ein jährlich stattfindendes Lese-Event in Klagenfurt, der Geburtsstadt von Ingeborg Bachmann. Auf Einladung von Literatur-Kritikern lesen Schriftstellerinnen und Schriftsteller dort aus unveröffentlichten Arbeiten. 50 Jahre gibt es ihn jetzt. 1985 war ich da auch mal eingeladen. Ich saß in der Ecke und staunte. 

Walter Pobaschnig aus Wien hat allen Nominierten aus den fünfzig Jahren ein paar Fragen zu ihren Erfahrungen dort gestellt. 

Meine Antworten könnt ihr lesen hier (klick).

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