Samstag, 19. September 2015

Nun weht er wieder, der Wind (JOIK)


Nun bläst er wieder, der Herbstwind. Was wird er mit sich bringen, oder trägt er etwas davon? Etwas, das wir ihm gern überlassen, lange schon loswerden wollten, oder etwas, das wir so gerne festhalten würden, aber der Wind, der immer schneller und wilder ist, hat es sich schon geholt ...?

Der JOIK ist der traditionelle Gesang der Samen, bei dem sich die Natur äußert in Form der menschlichen Stimme. Der Joik ist immer schon da, er lebt sozusagen in der Natur und äußert sich durch den Sänger, wenn dieser sich ihm öffnet. Deshalb wurde der Joik früher nicht nur von Laien, sondern vor allem von Schamanen gesungen, begleitet von einer Rahmentrommel. Bis ins 20. Jahrhundert war das Joiken als Ausdruck der samischen Religion verboten.

Der schwedische Komponist Jan Sandström, der in Lappland geboren wurde, hat diesen schönen, archaisch und gleichzeitig melodisch klingenden Joik komponiert: Biegga luothe. Beim Joik sind die Worte nicht wichtig, dennoch gibt es in dieser Komposition welche, so seien sie erwähnt:

"Nun bläst der Wind.
Lo, lo, lo, lo ....
Er kommt mit dem heiligen Geist,
ein Gruß Gottes
an das Volk Lapplands
mit seinem Segen. 
 
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