Montag, 1. Juli 2013

Der philosophische Kater über: Meditation




Hier sitzen manchmal welche auf kleinen Kissen. Die Beine so komisch verdreht. Sie nennen es Meditation. Ablenkungsmanöver! Mich täuschen die nicht, ich sehe doch: Sie warten auf die Maus!

Soll ich ihnen sagen, dass ihre Maus nie kommen wird? Die ruckeln da rum. Husten. Blinzeln. Das tun sie, weil sie den Kopf voller Gedanken haben. Die Maus ist längst weg, das merken die gar nicht. Man jagt die Maus, oder man grübelt. Beides gleichzeitig geht nicht. Wir Katzen sind vom Schnurrhaar bis zur Schwanzspitze geballte Aufmerksamkeit. Einmal nicht aufgepasst, wupps, schon ist sie weg. Du weißt nie, wann sie kommt. Wo sie hin will. Wie sie reagiert. Deshalb sage ich: Seid wach! Seid leidenschaftlich geduldig!

Ob die das jemals lernen?

Kommentare:

  1. Ich atme ein, ich atme aus-

    sag, wann kommt sie denn die Maus?

    Das mit den Erwartungen beim Meditieren

    ist wohl auch nicht ganz so unproblematisch.

    Dennoch habe ich die Katzennotiz schnurrend genossen.

    Herzlichen Dank!

    Susanne

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  2. Herrlich!
    Von Mäusen und Menschen... versteht der Kater wirklich was. Ich freue mich auf weitere enthüllende Gedanken dieses überaus lebensklugen Katers.
    "Seid wach! Seid leidenschaftlich geduldig!"
    Oja, diese Anregung lässt sich in fast alle oder gar alle Bereiche des alltäglichen Lebens umsetzen.
    Danke sehr!

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