Montag, 10. September 2018

Das Licht. Die Stille. Die Schönheit.


Eine Kirche. Zufällig gefunden auf einem meiner täglichen Foto-Spaziergänge. Sie ist offen, ich gehe hinein. Die Kirche ist unspektakulär, keine bunten Glasfenster, keine großartigen Jesus-Skulpturen. Eine Kirche für den Kleinstadt-Alltag, für Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen. Immer dieselben alten Menschen werden sonntags das Mittelschiff schütter besetzen; an Heiligabend wird es brechend voll sein, da gehört ein Kirchgang einfach dazu. Wie das so ist mit der Religion heute.

Auf dem schmucklosen Altar steht ein Blumenstrauß, daneben liegt aufgeschlagen die Bibel. Es ist ein trüber Tag, eigentlich kein Tag zum Fotografieren. Zwischen den dicken Mauern ist es still, ich bin die einzige Besucherin. Während ich auf den Altar zugehe, fällt jäh von oben durch eins der trüb verschmutzten Fenster ein Sonnenstrahl auf die Blumen und die Bibel. Nur dort hin. Auf die Blumen. Auf die Bibel.

Ich sehe nicht: "Religion". Nicht: "Christentum". Nicht: "Kirche". Ich sehe das, woraus Religion und Kirche einst entstanden sind, vor all den Dogmen, Fehlinterpretationen, Kriegen.

Das Licht. Die Stille. Die Schönheit.


Kommentare:

  1. Schön ist es, daß Sie die stillen Momente mit uns teilen.
    Danke und liebe Grüße Gitti

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  2. Die Kirchenarchitektur ist eine Geschichte des Lichts. Die Strahlen der Sonne sind das Licht Gottes, das sich in perfekter Harmonie von Licht und Schatten in den Kirchen zeigt und sie in „überirdische“ Bauwerke verwandelt. Dieses überirdische Licht ist das Glitzern der Sonne auf einem See, ist die flirrende Hitze über einer Teerstraße, es durchflutet das goldene Weizenfeld und glänzt auf einem feuchten Herbstblatt. Wenn ich mir meine Fotos durchsehe, sehe ich meine Versuche, das überirdische Licht einzufangen. Simon

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    1. Ja, das versuche ich auch. Der Versuch allein ist schon der Weg ...

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