Mittwoch, 17. September 2014

SWR 2: Gedanken gehen lassen


Meditation muss nichts mit Religion zu tun haben. Viele Menschen sehen sie einfach als Praxis, die ihnen hilft, ein bewussteres, gelasseneres Leben zu führen. Aber welche Intention auch immer jemand hat, mit der Meditation zu beginnen: Wer sich zum ersten Mal auf ein Kissen oder einen Stuhl setzt und hört, er solle "die Gedanken loslassen", wird ein wenig fassungslos sein über das Geschwätz in seinem Kopf, das er vielleicht bisher gar nicht wahrgenommen hatte. Ihm wird gesagt, er solle sich als Berg betrachten und die Gedanken als Wolken, die am Berg vorüberziehen. Er oder sie fühlt sich aber so gar nicht als Berg, eher wie eine im Wind wirbelnde Tüte voll Luft, und die Gedanken wollen keineswegs vorüberziehen, im Gegenteil: Sie lassen ihn nicht los und schleifen ihn an einer Leine hinter sich her. Der Meditationsschüler durchlebt ein Drama, in dem es um Wünsche, Hoffnungen, Wut, Neid und jede Menge Gelüste geht, obwohl er sich keinen Zentimeter von seinem Kissen weg bewegt hat.

Über das, was einem Anfänger in der Meditation (wir alle bleiben immer Anfänger!) geschehen kann, und warum es sich dennoch lohnt, dabei zu bleiben, habe ich ein Feature für SWR 2 gemacht: "Gedanken gehen lassen. Meditation jenseits von Religion". Neben anderen interessanten Gesprächspartnern habe ich Ulrich Ott gewonnen, der das Buch "Meditation für Skeptiker" (O. W. Barth Verlag) geschrieben hat.

Hier ist der Link zum Hören der Sendung.

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