Dienstag, 30. Dezember 2025

Gute Vorsätze

 


Wie wäre es, für das nächste Jahr ein paar sehr gute Vorsätze zu fassen und sie tatsächlich einzuhalten? Zum Beispiel diese:

* Ich möchte weniger über die Zukunft grübeln und stattdessen mehr im Augenblick leben.

* Ich möchte meine innere Stille kennenlernen und sie im Alltag jederzeit wiederfinden können.

* Ich möchte herausfinden, wie ich meinen inneren Frieden herstellen und aufrechterhalten kann in einer Welt, die alles andere als friedvoll ist, ohne mich von der Welt zurückzuziehen. 

* Ich möchte für mich selbst mehr Mitgefühl und Verständnis entwickeln, damit ich auch anderen Mitgefühl und Verständnis schenken kann.

* Ich möchte akzeptieren, dass alles unvollkommen ist und deshalb nie perfekt sein kann. Und mit Gelassenheit sehen, wie unvollkommen und nicht-perfekt ich selbst bin.

* Ich möchte die Tatsache, dass sich alles unablässig verändert, als aufregende Möglichkeit sehen, vor der ich keine Angst zu haben brauche.

Damit diese guten Vorsätze nicht schon in der ersten Januarwoche im Alltag untergehen, könntest du dir eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten suchen und dich zum Beispiel jetzt schon anmelden für mein nächstes Seminar in Freiburg:


13. bis 15. Februar 2026, Waldhof Freiburg

Wunderbare Unvollkommenheit

Anmeldung hier (klick)


Ja, das ist das Fasnet-Karneval-Faschings-Wochenende, an dem unten in der Stadt getrötet und gegrölt wird. Aber wir sind drei Tage lang geborgen oben am Waldrand in der schönen alten Villa. Es ist dort so still, dass auch wir ganz von selbst still werden. In dieser Stille sitzen wir (auf dem Kissen oder dem Stuhl), speisen miteinander, hören Vorträge (meine) und tauschen uns einmal am Tag miteinander aus. Und weil wir aus unserer inneren Stille heraus sprechen, wird das Gespräch tief und für alle wertvoll sein.

Machst du mit? Ich freue mich auf dich.

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Dienstag, 23. Dezember 2025

Sternzeit


Morgen Abend wird sich etwas Anderes, Neues über das Land senken wie ein leichtes, weiches Tuch, das alles einhüllt. Die Menschen werden sich um einen erleuchteten Baum setzen, um einen gedeckten Tisch versammeln. Die Tiere der Häuser und Ställe werden zur Ruhe kommen und ganz bei sich sein. Die Tiere des Waldes werden an den Waldrand treten und lauschend die Köpfe heben:
 
Stille. Hört ihr sie, die Stille?
 
Ich möchte euch allen danken, die ihr in diesem Jahr meine Arbeit mit euren Spenden unterstützt habt. Ob sie klein waren oder größer, sie alle haben mir große Freude gemacht und mir gezeigt, dass wir - ich, die Schreibende, und ihr, die Lesenden - eine Gemeinschaft erschaffen haben von Menschen, die im selben Geist leben. Menschen, die bewusst wahrnehmen, was in ihnen und um sie herum geschieht. Menschen, die davon überzeugt sind, dass ihr Bemühen um den eigenen inneren Frieden, um Mitfühlen und Geistesklarheit nicht privat, egoistisch und sinnlos ist, sondern in das große Ganze hinein wirkt. Leise, nachhaltig und unwiderruflich.
 
Ich sende meine Worte nicht in den leeren Raum. Sie werden empfangen, in Ohren, Geist und Herzen. Danke.
 
Möge das Licht der vielen Sterne euch leuchten und die Stille dieser Zeit euch erfüllen. 
 
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Sonntag, 14. Dezember 2025

Schenkt Bücher!

 

Braucht ihr noch ein Weihnachtsgeschenk? Hier wären zwei Bücher, die ich euch ans Herz lege. (Danke, Robert, dass Du mich an diese wunderbare Autorin erinnert hast.) Die Irin Claire Keegan schreibt eine Prosa von großer Einfachheit, die ich als durch und durch ehrlich empfinde. Sie hat mir zu einer ungewöhnlichen Erfahrung verholfen: Nach dem Lesen von "Kleine Dinge wie diese" (es hat nur 112 Seiten) wollte ich das Buch eines anderen, von mir geschätzten Autors lesen und konnte es nicht. Er erreichte mein Gefühl nicht mehr, seine Prosa erschien mir maniriert und ohne wirkliche Tiefe.

DAS DRITTE LICHT: Wir sind im Irland der 1980er Jahre. An einem heißen Sommertag liefert ein Vater seine kleine Tochter bei dem Ehepaar Kinsella ab, weil die Familie ein fünftes Kind erwartet, und verschwindet, ohne dem Mädchen zu sagen, ob er wiederkommt. Das Mädchen, in Armut und emotionaler Kargheit aufgewachsen, erkennt schnell, dass es hier eine andere Art Zuhause gefunden hat: Es gibt Raum und Zeit zum Denken, Geborgenheit und das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Aber die Familie hat auch ein dunkles Geheimnis, das vielleicht erklärt, warum das Mädchen so herzlich angenommen wird. Am Ende des Sommers wird das Kind abrupt wieder zurückgeholt. Erwartet wird vom Vater genau die Tochter, die er abgegeben hat, aber die gibt es nicht mehr. Das Kind ist geliebt und bedingungslos angenommen worden, so etwas verändert einen Menschen für immer. Das kann nicht gutgehen - oder doch?

Claire Keegan erzählt diese kurze Geschichte aus der Sicht des Kindes, in einer ruhigen Sprache, die nichts Kindliches hat. Ein Buch voller Wärme - ein gutes Weihnachtsgeschenk! 

Claire Keegan "Das dritte Licht", aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser, ISBN 978-3-96999-199-2, Steidl Verlag, EUR 20,-  

(Werbung) Wenn ihr online bestellen wollt, empfehle ich euch den gemeinwohlbilanzierten sozialen Buchversand Buch7, der soziale, kulturelle und ökologische Projekte unterstützt. Ihr werdet schnell und versandkostenfrei beliefert, und ich erhalte eine (sehr kleine) Provision dafür. "Das dritte Licht" bestellen hier (klick).  

Auf Englisch: "Foster" bestellen hier (klick). 

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KLEINE DINGE WIE DIESE: Wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit in den 1980er Jahren in einer irischen Provinzstadt. Der Kohlenhändler Bill Furlong hat eine Frau und fünf Töchter zu versorgen, die Zeiten sind hart, er arbeitet viel, aber er weiß, es hätte für ihn schlimmer kommen können, als unehelicher Sohn einer Dienstmagd. Er ist zufrieden, oft sogar glücklich, und doch hat er, gerade jetzt in der Adventszeit, das Gefühl, etwas müsste er anders machen. Eines Morgens ist er zu früh dran mit der Kohlenlieferung für das Nonnenkloster auf dem Hügel und macht eine furchtbare Entdeckung. In den folgenden Tagen stellt er fest, dass offenbar jeder in der Stadt weiß, was dort oben im Kloster geschieht, aber jeder hält den Mund, denn der Klerus hat die Gemeinde fest im Griff. Bill Furlong steht vor der schwersten Entscheidung seines Lebens: Soll er als Christ und mitfühlender Mensch handeln und damit wahrscheinlich seine Familie in Gefahr bringen?

Claire Keegan erzählt hier von den Magdalenen-Wäschereien der katholischen Kirche, ein dunkles Kapitel in der irischen Geschichte. Zahllose junge Mädchen wurden zu Opfern, aber mehr verrate ich nicht. Der Gewissenskonflikt, in den Bill Furlong gerät, ist von Claire Keegan so eindringlich gestaltet, dass ihr mitbangen sollt. Ja, dies ist eine Weihnachtsgeschichte - sie liegt gut unterm Weihnachtsbaum, bei wem auch immer. 

Claire Keegan "Kleine Dinge wie diese", aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser, ISBN 978-3-96999-065-0, Steidl Verlag, EUR 20,-

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Auf Englisch: "Small Things Like These" bestellen hier (klick). 

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