Sonntag, 1. Januar 2023

Da bist du ja


 

Gestern Nacht wurde ich wach. Über meinen Dachfenstern ergossen sich Sternenregen, Kometenschweife in allen Farben sausten durch den Himmel, die Scheiben vibrierten. Mir schien, ein so üppiges Feuerwerk hätte ich hier noch nie gesehen, aber die selige Silvesterstille der letzten beiden Jahre hat vielleicht meinen Maßstab verschoben. So werden royale Babies begrüßt, dachte ich, und weil wir zum Glück keine Monarchie mehr haben, feiern wir was anderes, das angeblich auch mit Ankunft und Abschied zu tun hat.

Noch ist das Baby 2023 duftig wie frisch gebadet. Es hatte noch keine Gelegenheit, uns zu enttäuschen. Das wird es aber unter Garantie tun, wenn wir uns nicht auf die kleinste Zeit-Einheit besinnen, die einzige Zeit, die es gibt, die immer neu ist, immer anders, wir müssen nur ganz genau hinschauen. Ihr wisst schon, was ich meine: dieser Augenblick. 

Ich wünsche Euch, dass Ihr wirklich dem Augenblick vertraut und mit ihm nicht zu handeln anfangt, egal, was er gerade im Gepäck hat. Ihm nicht sagt, was er hätte mitbringen sollen, was besser gefallen und gepasst hätte, was hübscher und angenehmer gewesen wäre. Ihn einfach begrüßen - es muss ja nicht mit Feuerwerk sein - und sagen, aha, da bist du ja. So schaust du aus. Dann wollen wir mal miteinander. Was auch immer. Wir sind nämlich untrennbar verbunden, du und ich. Wenn du nicht mehr bist, ist mein Körper auch nicht mehr.

Aber eigentlich wollte ich mit diesem Post nur eine schlichte Mitteilung machen: Wer mir dieses Jahr zum Geburtstag gratulieren will, findet mich auf der Bühne im Projektchor des Konzerts "Hamburger Weihnacht" des John Sheppard Ensemble im Konzerthaus Freiburg. 😉


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