Mittwoch, 16. Juli 2014

Geschenke # Weltmeisterschaft


Als die "Helden von Bern" 1954 nach Hause fuhren (mit dem Zug), wurden ihnen von der begeisterten Bevölkerung bei jedem Halt an der Strecke Geschenke durch die Zugfenster gereicht. Ich hörte von: einem riesigen Bergkäse, Baumkuchen, Aschenbecher, Wein, Bildbänden, und die Firma Schiesser soll auf dem Bahnhof von Radolfzell ein paar Kartons Feinripp-Unterwäsche überreicht haben.

Ich war eine Woche verreist, und als Abschiedsgeschenk erhielt ich von meinem Hotel nicht einen dieser popligen Kugelschreiber, nein: einen BLEISTIFT!

Ich finde das ganz bezaubernd. Schriftsteller brauchen unbedingt Bleistifte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Miroslav Klose oder Bastian Schweinsteiger über einen Bleistift freuen würden oder über eine Garnitur Feinripp-Unterwäsche. Sehr gut vorstellen kann ich mir dagegen eine interessante und sinnvolle Besetzung des Trucks auf der Fan-Meile: Musikerinnen und Komponisten, Bildende Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Erfinderinnen, Ärztinnen, Forscher, Lehrer, Krankenschwestern, Altenpfleger, Straßenkehrer und Müllmänner, Väter und Mütter. Alle von Hunderttausenden bejubelt, weil sie den Menschen so viel Freude bereiten. Man müsste ihnen nicht einmal Drei! Hundert! Tausend! Prämie bezahlen, sie wären auch mit weit weniger zufrieden.

Das kann ich mir gut vorstellen.
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