Sonntag, 4. August 2013

Der philosophische Kater: "Ach, diese duftenden Nächte ...


... ist das Jasmin? Und unten im Garten die Kätzinnen in ihren hübschen gestreiften Sommerfellen mit den adretten weißen Kragen. Soll ich vom Dach springen? Von der Sehnsucht in die Erfüllung?  Als philosophischer Kater lese ich manchmal im Etymologischen Wörterbuch. Das Wort sehnen kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet sich härmen, und sensuht ist das schmerzliche Verlangen. Härme ich mich, leide ich Schmerz?

Der Buddha war ein kluger Mann. Hätte er Haare gehabt, würde ich ihn respektvoll Großer Kater nennen. Dieser kluge Mann lehrte, dass die Menschen sich ihr Leiden selbst erschaffen und dieses Leiden auch selbst beenden können.

Sehr gut. Absolut richtig. Katzen und Menschen sollten aufhören mit der unvernünftigen Sehnsucht. Seien wir glücklich mit dem, was wir haben. Nichts spricht gegen ein Leben auf dem Dach. Über den Dingen stehen, gleich unter dem Himmel.

Aber (sagt sie hinter mir, die viel liest und heute nicht schlafen kann): die lange deutsche Sehnsuchtstradition. Die Romantik! Schlegel, Tieck, Novalis! Alle verhärmt, alle leidend, aber wie lustvoll und produktiv. So schöne Bücher! Wenn sie solche Bücher hervorbringt, kann die Sehnsucht doch nicht falsch sein? (Sagt sie. Also wird es stimmen.)

Ach,  jetzt fällt eine Sternschnuppe ... "
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